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Die Bebauung der in Nord-Süd-Richtung
verlaufenden Südstraße wurde ebenfalls
nach dem Brand von 1733 entsprechend
der neuen Planung angelegt. Bis auf das
Haus SÜDSTRASSE 11 stehen hier nur
traufständige Bauten, die nach dem Ent-
wurf des königlichen Baumeisters Niemeyer
erbaut wurden, wie der Wandständer SÜD-
STRASSE 16. Das Wohnhaus SÜDSTRAS-
SE 15 hebt sich durch seine höhere Traufe,
die Holzverschalung und die vorgelegte
Treppe von der Nachbarbebauung ab.
Direkt hinter der früheren Wallanlage ver-
läuft die Mauerstraße. Auch hier ist das
Straßenbild durch vorwiegend traufständi-
ge Bauten bestimmt, wie MAUERSTRASSE
1 und 17. Einer der ältesten Fachwerkbau-
ten ist der zweistöckig abgezimmerte
Wandständerbau MAUERSTRASSE 4 aus
der Zeit um 1800. Im westlichen Teil der
Mauerstraße wurden um 1900 zahlreiche
Fachwerkgebäude durch Ziegelbauten er-
setzt. Das zweigeschossige Wohnhaus
MAUERSTRASSE 10 in Ziegelbauweise,
das in den Proportionen des Pattenser Hau-
ses erbaut wurde, ist als Denkmal ausge-
wiesen.

Die Göttinger Straße markiert die frühere
Begrenzung das alten Stadtbereiches.
Schon frühzeitig wurde zur Sicherheit der
Stadt vor drohenden Bränden auf der Süd-
seite der Göttinger Straße das Scheunen-
viertel Am Steintoranger eingerichtet, auf
dem früher der Viehmarkt abgehalten wur-
de. Die Scheune AM STEINTORANGER 7
von 1818 unter Halbwalmdach ist eine der
letzten von den ehemals 20 Wirtschaftsge-
bäuden, die durch sinnvolle Sanierungs-
arbeiten in ihrer Ursprünglichkeit erhalten
blieb.
Entlang der Göttinger Straße stehen zahlrei-
che traufständige Wandständerbauten ent-
sprechend dem Pattenser Haus. Hierzu ge-
hören GÖTTINGER STRASSE 16, 24 und
30. Die ehemalige Wassermühle, die im
nördlichen Verlauf der GÖTTINGER STRAS-
SE 35 an der Brücke über die Schille liegt,
stammt aus der Zeit um 1800. Der zweige-
schossige Mühlenbau wurde z. T. in Fach-
werk, z.T. mit verputztem Bruchsteinmauer-
werk errichtet. Er ist mit einem hohen Walm-
dach gedeckt. Gegenüber dem früheren
Steintor wurde 1838 die ehemalige Wache


Pattensen, Göttinger Straße 71, ehern. Wache, 1838



Pattensen, Steinstraße 8, 1614

Pattensen, Talstraße 10,
Wohnhaus, um 1850

GÖTTINGER STRASSE 71 erbaut. Der
zweigeschossige Bau in unregelmäßigem
Quadermauerwerk trägt ein recht flaches
Walmdach. Die Straßenfront, die durch Auf-
putz ein Quadermauerwerk vortäuscht ist
im Erdgeschoß durch fünf runde Arkaden-
bögen gegliedert. Aus der Zeit um 1900
stammt das Wohnhaus in der GÖTTINGER
STRASSE 12. Der zweigeschossige, in
Form der sogenannten „Zuckerrübenburg“
erstellte Ziegelbau ist durch Fensterachsen
und Gesimse gegliedert. Aus gleicher Zeit
stammt das ehemalige Postgebäude in
der GÖTTINGER STRASSE 36. Das zwei-
geschossige Gebäude ist durch sechs Fen-
sterachsen und einen Mittelrisaiit streng
symmetrisch gegliedert. Durch den Wech-
sel von Materialien wie Putzfeldern, Lisenen
und Gesimse in Ziegeln und den Sockel in
Bruchstein wirken die Fassaden des Bau-
denkmals sehr lebhaft.
Der Judenfriedhof in der Straße ZUR
ALTEN MÜHLE im Norden der Ortschaft
wurde 1815 erstmals belegt.
Ortskarte 126/127

Pattensen, Südstraße 16,
Wohnhaus


Pattensen, Südstraße 15,
Wohnhaus, frühes 19. Jh.


Pattensen, Göttinger Straße 36,
ehern. Post, um 1900


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