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18. Jh. mit Umbauten des 19. Jh., die ehe-
malige Schule MARTINSKIRCHSTRASSE 9,
ein kleiner Ziegelbau um 1900, das Gemein-
dehaus MARTINSKIRCHSTRASSE 11, ein
einfacher Ziegelbau von 1900, und das
ehemalige Pfarrwitwenhaus MARTINS-
KIRCHSTRASSE 16, ein Hallenhaus in Vier-
ständerbauweise aus dem Jahre 1756. Öst-
lich dieses Bereiches steht das Hallenhaus
in Vierständerbauweise AN DER JUNKERN-
WIESE 44. Der durch erhabene Inschrift ver-
zierte Dielentorbalken trägt die Jahreszahl
1757. Wie zahlreiche der erhaltenen Wohn-
wirtschaftsgebäude stammt es aus der Zeit
nach dem großen Brand von 1755, dem
neben landwirtschaftlichen Bauten auch
der Vorgängerbau der Martinskirche zum
Opfer fiel. Die westlich angrenzende Kol-
bestraße wurde in ihrem Charakter durch
verputzte Wohnbauten aus der Zeit um
1960 stark verändert. Mit seinem Fachwerk-
giebel, seinen Gebäudeproportionen und
den z.T. verwendeten roten Ziegeln und
Dachsteinen läßt das Hallenhaus in Vier-
ständerbauweise der ehemaligen Hofanla-
ge KOLBESTRASSE 1 das ursprüngliche
Straßenbild erahnen. Auffallend als Nutztyp

und durch seine Abzimmerung im Giebel-
dreieck ist der kleine Wandständerbau mit
seitlicher Längseinfahrt unter Satteldach in
der KOLBESTRASSE 9 aus der Zeit um
1800. An der Kreuzung Kolbestraße mit der
Bremer Straße steht in städtebaulich her-
vorgehobener Lage das konstruktiv wohl
interessanteste Bauwerk Seelzes. Das als
Dreiständerbau errichtete Hallenhaus BRE-
MER STRASSE 14 stammt aus dem Jahre
1658. Als einer der wenigen Bauten hat es
den Brand von 1755 überstanden. Das
räumliche und konstruktive Gefüge ist bis
auf geringfügige Veränderungen erhalten.
Hierdurch kommt dem ältesten Bauwerk
Seelzes eine überregionale Bedeutung zu.
Als Nutzungseinheit nahezu unverändert er-
halten ist die Hofanlage BREMER STRASSE
7. Das im Wirtschaftsgiebel dreifach flach
über beschriftetem Schwellbalken mit klei-
nen Knaggen vorspringende Hallenhaus ist
datiert 1833. Die Fachwerkscheune mit
ehemaliger Längsdurchfahrt stammt eben-
falls von 1833. Die zur Straße hin traufstän-
dige Ziegelscheune ist datiert 1875. Die
großen rotgedeckten Dachflächen, die ro-

ten Ziegel der Gefache und Wandflächen,
die Einfriedung, der Baumbestand des Wirt-
schaftshofes und die Stellung der Gebäude
zueinander machen die Geschlossenheit
der als Gesamtheit baulicher Anlagen aus-
gewiesenen Hofstelle aus. Gegenüber steht
das eingeschossige Wohn- und Geschäfts-
haus BREMER STRASSE 10, das als Gast-
stätte genutzt wurde. Das straßenseitig er-
schlossene, durch tropfenförmige Giebelge-
simse verzierte Gebäude stammt aus dem
Jahre 1902.
Die Veränderung der Landwirtschaft im 19.
Jh. ist an den Hofstellen BREMER STRAS-
SE 13 und 19 deutlich ablesbar. Bei der
Hofstelle BREMER STRASSE 13 wurde das
frühere Hallenhaus durch einen zweige-
schossigen Ziegelbau um 1900 ersetzt. Be-
merkenswert ist die kräftige Abzimmerung
der erhaltenen Längsdurchfahrtsscheune
unter Halbwalmdach aus der Zeit um 1800.
Es ist eine der letzten Fachwerkscheunen in
Seelze. Das ehemalige Wohnwirtschaftsge-
bäude der Hofstelle BREMER STRASSE 19
wurde um 1900 zu Wohnzwecken umge-
nutzt. Im Dielentorbalken ist es datiert

Seelze, Martinskirchstraße 10, Seelze, Martinskirchstraße 16, Seelze, Bremer Straße 7,
Pfarrhaus, 18. Jh. ehern. Pfarrwitwenhaus, 1756 Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1833


Seelze, Bremer Straße 14, Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1658 Seelze, Bremer Straße 13,
Scheune, um 1800


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