Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
1848. Die in den Proportionen fast gleich
große firstparallele Scheune in Ziegelbau-
weise mit korbbogigen Tor- und Fensteröff-
nungen stammt aus dem Jahre 1870.
Im Zusammenhang mit den landwirtschaft-
lich genutzten Bauten ist die Scheune der
Hofanlage MARTINSKIRCHSTRASSE 20 zu
nennen. Der als Längsdurchfahrtsscheune
im Jahre 1846 errichtete Wandständer hebt
sich durch seinen riesigen, langgestreckten
Baukörper von den übrigen Scheunenge-
bäuden der Umgebung ab. Inschriften zie-
ren die Schwellbalken des Nordgiebels.
Das zweitälteste Bauwerk Seelzes ist der
Alte Dorfkrug an der HANNOVERSCHE
STRASSE 13, an einer alten Verkehrsver-
bindung nach Hannover gelegen. Er ist im
Dielentorständer datiert 1687. Den Dielen-
torbalken ziert eine erhabene, farblich her-
vorgehobene Inschrift. Der zweistöckig ab-
gezimmerte Wandständerbau ist auf der
Straßenseite durch K-Streben in den Eckfel-
dern, Fußstreben in den Brüstungsfeldern
und profilierte Füllhölzer verziert. Die ande-
ren Hausseiten sowie das Innenraumgefüge
sind stark verändert. Der Alte Krug zählt mit


Seelze, Hannoversche Straße 54,
Wohnhaus, spätes 19. Jh.

Seelze, Bonhoefferstraße 2,
Wohnhaus, um 1915


Seelze, Hindenburgstraße,
Dreifaltigkeitskirche


zu den ältesten Gasthäusern Niedersach-
sens. Es soll schon 1525 hier existiert
haben.
Entlang der Wunstorfer Straße stehen eini-
ge ältere Bauten der Fabrik Riedel-de-Haen,
die heute zu den bedeutenden Produzen-
ten von Chemieprodukten zählt. Die in Zie-
gel errichteten ein-, zwei- und dreigeschos-
sigen Bauten unter flachgeneigtem Sattel-
dach sind durch Lisenen, Trauf- und Giebel-
gesimse sowie durch Fensterfelder mit goti-
sierenden Stilelementen gegliedert. Sie
stammen etwa aus der Mitte des 19. Jh.
Aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. stammt
das eingeschossige Wohnhaus in Ziegel-
bauweise in der HANNOVERSCHE STRAS-
SE 54. Der auf längsrechteckigem Grundriß
erstellte Wohnbau ist auf seiner Nordseite
durch ein zweigeschossiges Erkerhaus un-
ter Satteldach betont. Das streng symme-
trisch aufgebaute Haus ist durch Lisenen,
tropfenförmige Giebelgesimse, Geschoßge-
simse und kleine Verdachungen über den
korbbogigen Fensteröffnungen gegliedert.
In direkter Nachbarschaft der Fabrik Riedel-
de-Haen entstanden Werkswohnungen für

Angestellte und Arbeiter, die jedoch in den
letzten Jahrzehnten starken Veränderungen
unterworfen waren oder abgerissen wur-
den. Als Werkswohnung dienten die Bauten
in der ULMENSTRASSE 20 und 22. Die
zweigeschossigen Putzbauten mit Elemen-
ten des Jugendstils im Treppenhaus stam-
men aus der Zeit um 1915. Etwa aus der
gleichen Zeit stammt die zweigeschossige
Villa auf parkähnlichem Grundstück in der
HANNOVERSCHE STRASSE 64. Das mit
zahlreichen Schmuckelementen, entlehnt
aus unterschiedlichsten Stilrichtungen, ver-
zierte Haus ist von einem gedrungen wir-
kenden Turm bekrönt. 1912 ist das zweige-
schossige verputzte Wohnhaus mit ausge-
bautem Mansarddach in der MARIEN-
STRASSE 3 datiert. Das eingeschossige
Wohnhaus mit ebenfalls ausgebautem Man-
sarddach in der BONHOEFFERSTRASSE 2
ist ebenso wie das zweigeschossige Schul-
gebäude in der HANNOVERSCHE STRAS-
SE 24 mit im Norden angebautem Lehrer-
haus zur gleichen Zeit entstanden. Das
direkt am Friedhof gelegene Schulgebäude
ist durch Lisenen in Ziegel mit dazwischen

Seelze, Wunstorfer Straße 40, Verwaltungsgebäude, um 1890


Seelze, Hannoversche Straße 13, Wohnhaus mit Gaststätte, 1687


261
 
Annotationen