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zimmerte Wandständerbau mit steilem Ost-
giebel und mittigem Eingang stammt aus
der ersten Hälfte des 19. Jh.
Entlang der heutigen Hauptstraße wandelte
sich die Bausubstanz im letzten Jahrhun-
dert erheblich. Die Hallenhäuser wichen rei-
nen Wohnbauten. Der wohl aufwendigste
Bau ist das Wohnhaus der Hofanlage
HAUPTSTRASSE 11 aus dem letzten Jahr-
zehnt des 19. Jh., ein traufständiger, einge-
schossiger, verputzter Bruchsteinbau. Vier
Korbbogenfenster mit rechteckigen Sand-
steingewänden flankieren das mittige Ein-
gangsportal unter kleiner Verdachung. Das
Erkerhaus ist mit barockisierenden Elemen-
ten bekrönt. Die beiden Wohnhäuser
HAUPTSTRASSE 2 und HAUPTSTRASSE 5
stammen ebenfalls aus der Zeit um 1900.
Eine bauliche Besonderheit ist das Wohn-
haus des Rittergutes II in der SCHUSTER-
HÖFE 2, das aus einem früheren Halbmeier-
hof durch die Teilung des Gutes um 1850
hervorging. Durch den Ankauf eines Burg-
mannshofes in Pattensen durch Claus von
Reden erhielt das Gut II eine Ritterguts-
bestimmung. Der Mittelteil des zweistöckig

abgezimmerten Wandständerbaues in
Fachwerk mit Auskragung auf der Straßen-
seite muß um 1680 entstanden sein. Die
beiden Seitenflügel wurden vermutlich in
der ersten Hälfte des 19. Jh. ergänzt. Das
Wohnhaus wurde um 1980 grundlegend
renoviert. Die Wirtschaftsgebäude der Hof-
anlage wichen in den vergangenen Jahren
einer Wohnhausbebauung.
An städtebaulich bedeutsamer Stelle
HAUPTSTRASSE/ECKE SCHUSTERHÖFE
wurde 1878 vor dem Wohnhaus des Gutes
II zu Ehren der Gefallenen der Kriege von
1866 und 1870-1871 ein Denkmal errich¬
tet, ein dreiteiliger Sandsteinobelisk mit
Steinkugel und Steinkreuz.
Ortskarte Seite 150/151
SPRINGE-BOITZUM

Die kleine Ortschaft Boitzum wurde erst-
mals 1243 als Buozham und später als
Bochern und Boitzen erwähnt. Wann die
Siedlung entstand, kann nicht nachgewie-
sen werden. Es ist jedoch davon auszuge-

hen, daß eine Besiedelung dieses Berei-
ches oberhalb der Leineniederung schon
frühzeitig erfolgte, wie steinzeitliche Funde
belegen.
Bei den wenigen erhaltenen Fachwerkbau-
ten ist der Einfluß des Mitteldeutschen Ern-
hauses deutlich erkennbar, wie bei dem auf
längsrechteckigem Grundriß erstellten
Wohnwirtschaftsgebäude der Hofanlage
AM THIE 23. Der Wohnteil und der nördlich
anschließende Wirtschaftsteil werden quer
zur Firstrichtung erschlossen. Der zweistök-
kig abgezimmerte Wandständerbau ist am
Südgiebel und der Westtraufe mit senkrech-
ter Holzverschalung bekleidet. Das leider
vermauerte Dielentor ist im Torbalken da-
tiert 1819. Zusammen mit der Längsdurch-
fahrtsscheune, datiert 1820, der Einfrie-
dung aus Quadermauerwerk und der Wa-
genschauer bildet der Hof in städtebaulich
dominierender Lage eine Gesamtheit bauli-
cher Anlagen.
Erwähnenswert ist das kleine Backhaus der
Hofanlage AM THIE 15. Der zur Straße hin
traufständige Bau ist in kräftigem Bruch-
steinmauerwerk und Eckquaderung errich-

Bennigsen, Am Gut 11,
Pfarrhaus, frühes 19. Jh.


Boitzum, Am Thie 15,
Backhaus



Bennigsen, Hauptstraße 11,
Wohnhaus, spätes 19. Jh.

Bennigsen, Hauptstraße 2,
Villa, um 1900


Bennigsen, Schusterhöfe 2, Gut II,
Herrenhaus, 1878


Boitzum, Am Thie,
Kapelle, 1748


Eldagsen, Am Wöhlbach 13,
ehern. Unterpfarre, 17. Jh.


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