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am Rande der bewaldeten Hänge des
Osterwaldes und ist vom hohen Baumbe-
stand des Parks, des Friedhofs und des
Klostergartens eingerahmt. Eine Bruch-
steinmauer mit mittelalterlichen Resten um-
gibt den Kloster- und Gutshofbereich.
Konventsgebäude und die in der Nord-
ostecke einbezogene Kirche bilden ein ge-
schlossenes Rechteck. Die Vierflügelanlage
im Kirchenbereich besteht einheitlich aus
verputztem Bruchsteinmauerwerk mit Eck-
quaderung und Sandsteinstreben. Die heu-
tige zweigeschossige Anlage, die einen
längsrechteckigen Innenhof mit umlaufen-
dem Kreuzgang umschließt, wurde in dieser
Form um 1740 aufgestockt und vollendet.
Im Süden wird sie über einen mittigen, vesti-
bülartigen Eingang erschlossen. Der fast
axial angelegte, von kleinen, eingeschossi-
gen, landwirtschaftlichen Nebengebäuden
in Fachwerk begrenzte Vorhof wird kulis-
senartig beidseits von hohem Baumbe-
stand gerahmt.
Vor dem Brand war die Kirche eine einschif-
fige Emporenkirche von sechs kreuzgratge-
wölbten Jochen, von denen im östlichen

Teil drei Joche einschließlich des geraden
Chores, aus der Zeit um 1400 erhalten sind.
Die drei westlichen, die die Emporenkirche
enthielten, wurden vermutlich während des
Neubaues von 1735 in der Unterkirche
durch Schaltonnen auf Holzstützen und Trä-
gern ersetzt. Der alte Teil mit der Empore
diente im 18. Jh. - durch eine Scheidewand
abgetrennt - als Stall. Der Innenraum wird
durch spitzbogige Fenster mit schrägen
Laibungen belichtet. Die Chorfenster sind
mehrfach geteilt und mit Maßwerk aus Drei-
und Vierpaß versehen. Über eine niedrige
spitzbogige Tür in der Nordwand konnte die
Gemeinde die Kirche betreten. Das mit
roten Pfannen gedeckte Satteldach ist be-
krönt von einer achtseitigen Laterne unter
glockenförmiger, spitz zulaufender Haube.
Ein leicht außermittiges Giebelhaus gliedert
die dem Innenhof des Klosters zugewandte
Seite. Neben Teilen des gotischen Chorge-
stühles aus dem 15. Jh. sind kostbare
Grabplatten vorhanden.
Die tiefer gelegenen Wirtschaftsgebäude
des Klostergutes umstehen einen großflä-
chigen, langgestreckten Hof, der sich nach

Südwesten verjüngt. Auf der südlichen
Schmalseite wird der Hof erschlossen durch
ein rundbogiges Tor aus dem 19. Jh. mit
Inschriftplatten von 1729 und 1740, auf
denen König Georg II. von England als Initia-
tor des Wiederaufbaues genannt wird. Die
langgestreckten Scheunen- und Stallgebäu-
de in Bruchstein mit Eckquaderung in roten
Ziegeln stammen ebenso wie das Pächter-
gebäude aus der Zeit um 1730/40. Sie wei-
sen jedoch Bauteile älterer Vorgängerbau-
ten auf. Der Pferdestall in Backstein stammt
aus dem 19. Jh. Das schon erwähnte Päch-
terhaus, auf die Achse der Gutsanlage aus-
gerichtet, steht auf hohem Kellersockel mit
breiter vorgelegter Treppe. Die sieben Fen-
sterachsen mit kleinen rechteckigen Öff-
nungen in Sandsteingewänden gliedern die
Fassade symmetrisch.
Außerhalb des Gutsbereiches im Osten
steht das zweigeschossige Pfarrhaus mit
der ehemaligen Pfarrscheune als Längs-
durchfahrtsscheune. Das zweistöckig abge-
zimmerte, über Balkenstummeln auf den
Längsseiten auskragende Wohnhaus unter
Walmdach stammt aus der zweiten Hälfte

Holtensen, Klostergut Wülfinghausen,
Wirtschaftsgebäude, Mitte 18. Jh.


Holtensen, Klostergut Wülfinghausen,
Verwaltergebäude, Mitte 18. Jh.


Holtensen, Klostergut Wülfinghausen, Holtensen, Klostergut Wülfinghausen, Klosterkirche, um 1400
ehern. Forsthaus


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