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gebaut. Es ist heute eine einräumige Kapel-
le auf rechteckigem Grundriß mit halbrecht-
eckigem Abschluß im Osten unter Sattel-
dach mit Walm im Osten. Im Westen wurde
ein niedriger, gedrungener Turm in Bruch-
steinmauerwerk 1904 angebaut.
Nur wenige Fachwerkbauten sind in ihrem
Ursprung erhalten. Alle Hallenhäuser wur-
den in den letzten Jahren stark verändert.
Von den landwirtschaftlichen Nebengebäu-
den ist nur die Längsdurchfahrtsscheune
in der DORFSTRASSE 6, ein Wandständer-
bau mit weiß verputzten Gefachen von
1815, geblieben. Gegenüber in der DORF-
STRASSE 5 steht ein zweigeschossiger Zie-
gelbau, datiert 1868. Er ist einer der frühe-
sten Ziegelbauten in diesem Bereich. Der
streng symmetrische Bau mit seinen sieben
Fensterachsen liegt hinter einem schmalen
Vorgarten mit kunstvoll geschmiedetem
Zaun und wird durch einen mittigen Ein-
gang über vorgelegter Treppe erschlossen.
Ebenfalls in Ziegel wurde im Jahre 1892
das ehemalige Schulgebäude in der WEET-
ZENER STRASSE 9, das heute von der
Gemeindeverwaltung genutzt wird, errich-

tet. Es ist ein eingeschossiger Massivbau
mit sechs Fensterachsen und mittigem Er-
kerhaus auf der Straßentraufseite. Umlau-
fendes Traut- bzw. Geschoßgesims und
kleine Fensterverdachungen lockern die
sonst streng gegliederte Fassade.
Die wohl am besten erhaltene Hofanlage
liegt in der WEETZENER STRASSE 14. Hier
ist die Entwicklung der Landwirtschaft die-
ses Raumes an den vorhandenen Baulich-
keiten deutlich ablesbar. Das Ende des ver-
gangenen Jahrhunderts in Ziegel errichtete
zweigeschossige Wohnhaus - ähnlich dem
Wohnhaus in der Dorfstraße 5 - mit den
sieben symmetrisch angeordneten Fenster-
achsen ersetzte das ursprüngliche Hallen-
haus. Von den landwirtschaftlichen Neben-
gebäuden ist die langgestreckte Scheune,
ein Wandständerbau mit ausgemauerten
Gefachen unter Halbwalmdach, bemer-
kenswert. Zusammen mit der mächtigen
Eiche am Hofeingang bilden die Gebäude
eine Gruppe baulicher Anlagen, die für die
Ortschaft Sorsum von besonderem denk-
malpflegerischem Wert sind.
Ortskarte Seite 172/173

Sorsum, Dorfstraße 6, Scheune, 1815


Sorsum, An der Kapelle 1, Kapelle


WENNIGSEN-STEINKRUG

An dem steilen Paß der im 18. Jh. ausge-
bauten Chaussee steht der Steinkrug LIN-
DENALLEE 26, der als Ausspannstation für
die Pferdefuhrwerke diente. Der zweige-
schossige Ostflügel in Fachwerkkonstruk-
tion, dessen straßenseitige Traufe verputzt
ist, stammt aus dieser Zeit. Mit dem An-
wachsen des Ausflugsverkehrs im vergan-
genen Jahrhundert und dem zunehmenden
Verkehrsaufkommen wurde das Anwesen
erweitert und umgebaut. Den Entwurf für
die zweigeschossige, giebelständige Flü-
gelerweiterung und den Saalanbau mit dem
Turm auf quadratischem Grundriß, dessen
Spitze heute leider fehlt, hat Laves um 1850
angefertigt. Die Südfassade dieser Erweite-
rungsbauten ist durch das aufwendige
Sprengwerk, durch die Fenstereinrahmun-
gen in Sandstein und die Verdachungen
reich gegliedert.
Etwas hangabwärts im Osten steht das
ehemalige Forsthaus des Gutes Breden-
beck in der LINDENALLEE 20, ein zweige-
schossiger, traufständiger Massivbau aus

Sorsum, Dorfstraße 5,
Wohnhaus, 1868


Steinkrug, Lindenallee 26,
Gaststätte Steinkrug, um 1850, Laves


Steinkrug, Lindenallee 26,
Gaststätte Steinkrug, Lavesanbau


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