Fliegende Blätter — 32.1860 (Nr. 757-782)

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Ein Abenteuer mit

Nachdem ich mich längere Zeit in den Kalifornischen
Toldmincn hcrumgctriebcn, und darauf in Bolivia und den
La Platastaatcn das Leben eines Trappers geführt, am Salado
als Holzhauer fungirt und in Valdivia ein Seifensiedereigeschäft
betrieben hatte, ließ ich mich auf einem Schiffe, das nach
Australien ging, als Matrose anwerbcn, und bcthciligte mich,
kaum in Melbourne angelangt, bei dcr Rcdaction einer kleinen
Zeitung, die durch Scandal und Enten mühsam ihr Leben
fristete. Jeder ncucrdachtc Puff brachte uns ungefähr zehn
Abonnenten mehr ein, und die Aufdeckung und Bloßlegung

australischen Wilden.

desselben raubte uns dann wieder eine gleiche Anzahl von
Lesern. Dabei ließ mir übrigens die Rcdigirung unserer „Acra",
wie wir das Blatt kühn genug nannten, Zeit vollauf, um
in der Umgegend umhcrzustreifen, oder in Melbourne selbst
in Kaffee- und Bicrhäuscr» die Kritik meiner Leitartikel mit
eigenen Ohren zu vernehmen.

Unter den vielen Bekannten, welche ich bei dieser Gelegen-
heit erwarb, befand sich auch ein kleiner dicker Gelehrter aus
! Truvo in Cornwall, der lange an wahren und eingebildeten
Leiden laborirt hatte und dem zuletzt die Aerzte, um seiner
endlich ledig zu werden, das Klima Australiens, als für ihn
äußerst zuträglich ancmpfohlcn hatten. Er hatte Vertrauen
zu ihrem Rathc, oder vielmehr Furcht vor dem Tode genug
gehabt, um die weite und beschwerliche Reise von England nach
Australien zu wagen, und trieb sich nun in und um Melbourne
botanisircnd, studircnd und politisirend herum. Nicht lange
dauerte es, so waren wir beide die besten Freunde; ich hörte
geduldig seine Klagen über schlechte Augen, Vcrdauungsbc-
schwcrdcn, Adergeschwulste und Blutandrang nach dem Kopfe
an, und er seinerseits ließ sich wieder von mir dieses und
jenes aus meinem viclbcwcgtrn Leben erzählen, rauchte dabei
seine Cigarre, lachte, und wurde zuletzt so munter und lustig,
daß er darüber Indigestionen und Alles vergaß und nach und
nach alle die liebenswürdigen und geselligen Eigenschaften zum
Vorschein brachte, welche die Hypochondrie bisher in ihm dar-
nicdergcdrückt hatte.

Eines Abends, als ich ihm wieder viel von meinen
Jagdabcntcuern in den Pampa's hatte erzählen müffen, wurde
er dadurch zuletzt so aufgeregt, daß er mir vorschlug mit ihm
eine mehrtägige Reise in das Innere Australiens zu machen.
Anfangs glaubte ich, er scherze, und antwortete demgemäß;
als ich aber sah, daß mein lächelnder Zweifel den Doktor

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Ein Abenteuer mit australischen Wilden"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Abenteuer
Jagd
Karikatur
Schusswaffe
Satirische Zeitschrift
Australien
Deutsche <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

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Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 32.1860, Nr. 777, S. 161
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