Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — N.F. 3.1926

Page: 73
DOI issue: DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fundberichte_schwaben1926/0085
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
73

Abb. 38. Halinenkampfrelief aus dem Merkurheiligtum von Cannstatt. nat. Gr-


Cannstatt.
Das Merkurheiligtum und andere Bildwerke aus einem römischen Keller.
Im Frühjahr 1924 baute die Weinhandlung Rilling in der Brückenstraße
unter ihrem Hinterhaus 8 a einen Weinkeller. Bei den Grabungen stieß
man auf einen römischen Keller von 4,70 m
Breite (N—S) mit 1,30 m breitem Zugang in
der Südwestecke. Der Kellerboden lag 2,50 m
unter der heutigen Oberfläche. Mehrere große
Steinblöcke mit Reliefs und Bemalung, die in
der Auffüllung lagen, wurden zerschlagen.
Erst als am 16. Mai ein Altar mit Inschrift
zutage kam, wurde das Landesamt benach-
richtigt, das weiterhin die Grabungen über¬
wachte und noch zu retten suchte, was zu
retten war.
Aus über 300 Bruchstücken, zu denen nur
wenige bei der Aufdeckung geschonte Steine
kamen, gelang es in mühsamer Arbeit folgende
Denkmäler zusammenzubekommen oder wenig¬
stens in Zeichnung bezw. Gips wiederherzu-
stellen.
1. Hochrelief des Silvanus. Abb. 39.
Höhe noch 0,78 m. Schilfsandstein. Der
Mantel spricht für Silvanus (nicht Diana, wie
Germania 1925, 2 angegeben). Hinter den Füßen
liegen nach außen gekehrt zwei langschwänzige
Jagdhunde.
2. Stücke einerjupitergiganten-
s ä u 1 e. Tafel IX und Abb. 40.
a) Die Weihinschrift in Altarform. Tafel XII, 1. Stubensandstein.
Höhe 0,65 m.

Abb. 39. Hochrelief des Gottes
Silvanus von Cannstatt.
1/io nat. Gr.
loading ...