Hager, Georg [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,2): Bezirksamt Neunburg v. W. — München, 1906

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Altenschwand.

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ALTENSCHWAND.

KATH. KIRCHE ST. NIKOLAUS. Im Mittelalter Pfarrkirche, zur Re-
formationszeit als Filiale Bruck einverleibt, 1709 wieder von Bruck getrennt und mit
Neuenschwand zu einer Pfarrei gezogen. Nebenkirche von Neuenschwand. Matrikel
R., S. 335. — VO. V, 285, 316; XVI, 35; XVIII, 156. — v. Freyberg, Sammlung
hist. Schriften, II, 210.

Die Kirche ist ein typisches Beispiel einer schlichten oberpfälzischen Dorfkirche
des Mittelalters. Sie stellt sich von außen als einfaches Rechteck dar. Innen aber
erscheint der durch einen modernen Rundboeen vom flacheedeckten Schiff eetrennte.
mit zwei auf Kragsteinen ruhenden
Kreuzrippengewölben überdeckte
Chor eingezogen. Im Chor drei
Spitzbogenfenster mit derben
Nasen. Im Langhaus zwei größei'e,
wohl moderne Spitzbogenfenster.

Eingang im Westen rundbogig.

Die Mauem des Langhauses sind
romanisch. Der Chor ist ein
gotischer Erweiterungsbau aus dem
14. Jahrhundert an Stelle einer ro-
manischen Apsis. Der altertüm-
liche Eindruck wird erliöht durch
das Ziegelpflaster, mit dem die
Kirchen vom Mittelalter bis in das
17. und 18. Jahrhundert herein belegt wurden. Giebeltiirmchen mit Kuppel. (Grund-
riß und Details Fig. 1.)

Auf dem Renaissancealtar aus dem 17. Jahrhundert oben bemaltes spät-
gotisches Holzfigiirchen des hl. Nikolaus. Um 1500. H. ca. 0,50 m.

Auf der Westempore rohe spätgotische Holzfigur der thronenden Madonna.
Das Kind fehlt. Zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. H. 0,77 m.

EHEMALIGES SCHLOSS. 1348 erhielt Otto Zenger von Schwarzeneck
v ron Markgraf Ludwig dem Brandenburger die Erlaubnis, irn Dorfe Schwand eine
Feste zu bauen. (Hund II, 383.) 1448, Freitag vor Georgi, verkaufen Peter Ursen-

beck zum Purglein und sein Sohn Georg Ursenbeck auf Katzberg dem Heinrich
Fingerlein, Pfleger zu Schweinkendorf, die Feste Altenschwand. 1524 verkauft Se-
bastian Fingerlein die Feste dem Bernhard Stöckel zu Eslarn. 1536 verkauft Bern-
hard Stöckel die Feste dem Jobst von Tanndorf. Am 2. Oktober 1536 verkautt Jobst
ron Tanndorf die Feste um 1400 fl. dem Kurfürsten Ludwig und Pfalzgraf Friedrich.
(Urkk. d. Gerichts Neunburg v. W. im Reichsarchiv Mtinchen, Fasz. 4, 7 u. 8.)

Kath. Kirc he.

Altar.

Holzfigur.

S ch 1 oß.
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