Hager, Georg [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,2): Bezirksamt Neunburg v. W. — München, 1906

Page: 62
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II. B.-A. Neunburg v. W.

steinkreuze. der Nähe ein Glied des Zengerschen Geschlechtes erschlagen wurde; nach mittel-
alterlichem Rechtsbrauche rnußte der Täter u. a. auch am Tatorte oder an der nächsten
Wegscheide ein steinernes Kreuz setzen, an dem das Wappen des Getöteten aus-

gehauen wurde. (Vgl. z. B. die Bestimm-
ungen einer Urkunde von 1338 in der
Zeitschrift »Ehrenpreis« , Festschrift zum
Wittelsbacher Jubiläum, herausgeg. von
L. Auer, Donauwörth 1880, S. 140.) Es
kann aber auch ein Zenger hier lediglich
verunglückt sein.

Etwa 1200 m nordwestlich von
St. Anton liegt im Walde in einem jungen
Fichtenschlage ein kleines STEIN-

Fig. 67. Pillmersried.

Steinkreuze bei St. Anton.

K R E U Z, umgestürzt. Die Leute erzählen sich, daß auf dem umgestürzten Kreuze
sich Lichter zeigen, welche bis Schneeberg und Lind wandern, wo ebensolche
Kreuze sind. Die Leute bringen das Kreuz, wie gewöhnlich, mit den Husiten in Ver-
bindung. Das Kreuz ist aber wolil ein Sühnekreuz an der Stelle eines Totschlages.

PRACKENDORF.

Ehem. Scbioß. EHEMALIGES SCHLOSS. Bis in das 17. Jahrhundert im Besitze der
Prackendorfer. (Bavariall, 1, 549. — VO. XV, 415 f., 429; XVIII, 248.— Rockinger,
Aufzeichnungen iiber die oberpfälzische Familie von Präckendorf, Sitzungsber. d. Kgl.
Bayer. Akad. d. Wissensch., 1868, I, 152—197. — Oberb. Archiv XXXI, 179. —
Leuchtenberger Lehenurkk. im Reichsarchiv Miinchen, Nr. 795—815.)

RAMBERG.

Burgstaii. BURGSTALL. 1,5 km nördlich von P’uhrn. Auf der 515 m hohen Granit-

kuppe eines Berges, der näch Norden ziemlich steil in ein tiefes romantisches Waldtal
abfällt, in dem einsarn die Rammühle steht. Rings um die Kuppe zieht ein tiefer
Graben und Wall. (Lageplan und Profil Fig. 68.) Die Kuppe ist ganz mit Wald
bewachsen. Inmitten der zutage tretenden Granitfelsen sind nur rnehr ganz spärliche
Reste von Mauersteinen sichtbar. Die Burg war aüsgedehnt. Der Zugang führt
stidlich von Fuhrn her in leichter Steigung.

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