Hager, Georg [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,2): Bezirksamt Neunburg v. W. — München, 1906

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Schwarzeneck. — Schwarzhofen.

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statistische Darstellung des Amtsgerichtsbezirks Neunburg v. W. MS. im Besitze
des Herrn Direktors L. Auer im Kassianeum in Donauwörth.

Auf Schwarzeneck sitzen im 13. Jahrhundert die Cholo, im 14. und in der
ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Zenger. Herzog Ludwig der Strenge kaufte
die Burg von Cholo von Schwarzeneck. (Wittmann, Abhdlgn. d. hist. Kl. d. Kgl. Bayer.
Akad. d. Wissensch., Bd. V (1848], Abt. II, S. 45 f.) Im herzoglichen Urbar von ca. 1270
und im Urbar von 1326 wird das »castrum Swartzenekk« erwähnt. (MB. XXXVIa, 394,
650.) Im 14. Jahrhundert dürfte Schwarzeneck als Lehen oder durch Kauf von den
Herzogen an die Zenger gelangt sein. 1348 erhielt Otto Zenger von Schwarzeneck die
Erlaubnis, im Dorfe Schwand eine Feste zu bauen (vgl. oben S. 9). 1360 erhielt er die

Erlaubnis zum Baue von Zangenstein (vgl. unten). Plass vermutet, da.ß Schwarzeneck
im Streite des Tristram Zenger mit den bayerischen Herzogen um 1427 gebrochen
wurde. Zuletzt wird 1448 Hans Zenger zu Schwarzeneck genannt. (MB. XXVI, 455.)
1605 erhielt Endres Sonnleutner, Hammermeister zu Schwarzeneck, das Landsassen-
gut Schwarzeneck zu Lehen, da es die bisherige Inhaberin Katharina von Planken-
fels, geb. von Aufseß, veräußern mußte und sich kein edelmäßiger Käufer auftreiben
ließ. Er sollte das verfallene Gut wiederum aufbauen. (Urkk. d. Gerichts Neunburg
im Reichsarchiv München, Fasc. 10. — M. Gartner, Die Landsassenfreyheit in der
oberen Pfalz, Landshut 1807, S. 112 ff.) Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis um
Mitte des 18. Jahrhunderts besaßen die Herren von Horneck Schwarzeneck. 1809
ist Johann Wenzl Schedl von Greifenstein, Landrichter von Murach, irn Besitz. Jetzt
ist das Schloß nicht mehr adelig.

Zweigeschossig mit Mansardendach. (Fig. 70.) Laut Jahreszahl am Dachstuhl
1735 erbaut. Im Obergeschoß Eckzimmer mit zwei großen und zwei kleinen See-
landschaften, auf die Wand gemalt. Ebenda in einem zweiten Eckzimmer Wand-
malereien grau in grau auf blauem Grund, mit allegorischen Gestalten und dekorativen
Ornamenten, oben in der Hohlkehle kleine Landschaften. Reizvolle Arbeiten im
klassizistischen Stil um 1800.

Das mittelalterliche Schloß stand oben am Rande des Berges, auf einem Vor-
sprunge in das Schwarzachtal, an der Stelle des Hauses des Bauern Fischer. Der
Keller ist noch erhalten. Von diesem ging ein unterirdischer Gang aus, dessen Zu-
gang jetzt vermauert ist. Der Platz, worauf das Anwesen. des Bauern steht, wurde
sarnt der Ruine 1751 von der Freifrau von Horneck an einen Vorfahr des jetzigen
Besitzers veräußert. (Gg. Dorrer, Chronik von Neunburg. MS. im Besitze der
Stadt Neunburg.)

SCHWARZHOFEN.

KATH. PFARRKIRCHE ST. LAURENTIUS. Ehemals (seit 1237)
dem Dominikanerinnenkloster Hl. Kreuz in Regensburg inkorporiert. Mutterkirche
von Neunburgv. W. Matrikel R., S. 256. — VO. XVI, 38, 61, 64, 103, 136, 169; XVIII,
157, 164; XIX, 136 ff., 150, 152, 163. — Zimmermann, Kalender V, 215.—Janner,

n, 37 8> 423, 473; III- r° 2> JS 0-

1717 nach einem Brande erneuert.

Der eingezogene Chor hat zwei Langjoche und Schluß in ftinf Achteckseiten.
Kreuzrippengewölbe auf Kragsteinen. Außen Strebepfeiler. Der gotische Chor
entstammt wohl noch dem 14. Jahrhundert. Turm siidlich am Chor; der Oberbau
modernisiert. Das flachgedeckte Langhaus ist ohne Bedeutung.

Schloß.

Kath. Pfarr-
kirche.

Heft II.

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