Hager, Georg [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,2): Bezirksamt Neunburg v. W. — München, 1906

Page: 31
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdkb_neunburg/0043
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Neunburg v. \V.

.31

Bei dem großen Stadtbrande am
14. Juli 1746 wurde die Pfarrkirche ge-
rettet; nur der Turm litt Schaden.

1879 f. wurde die Kirche restau-

riert.

Baubeschreibung. (Grund-
riß P'ig. 26.) Die Pfarrkirche ist ein
spätgotischer Bau. Sie besteht aus einem
dreischiffigen basilikalen Langhaus und
einem einschiffigen großen Chor von
der Breite des Mittelschiffes. Die Chor-
achse ist nach Norden geknickt. Der
Chor umfaßt drei Langjoche und Schluß
in fiinf Achteckseiten. Zu Seiten des-
selben zwei Türme. Der Chor hat ein
einfaches Netzgewölbe, dessen Rippen
größtenteils abgeschlagen und jetzt durch
Malerei fingiert sind; ebenso fingiert
sind die Wanddienste. Außen Strebe-
pfeiler, einmal abgesetzt.

Im Langhaus ruhen die Scheid-
bögen der drei Schiffe auf Pfeilern mit
abgefasten Kanten. Südlich sind es vier
Scheidbögen, alle halbkreisförmig, mit ausgekehlten Kanten; nördlich nur drei,
davon die beiden östlichsten halbkreisförmig, der dritte spitz, ebenfalls alle mit aus-
gekehlten Kanten; im westlichsten Joch fehlt auf der Nordseite ein Scheidbogen;
denn irn westlichsten Joch des nördlichen Seitenschiffes ist auf einer niederen Unter-
wölbung (sternförmiges Netzgewölbe) ein Raum eingebaut, der als Zugang zur
Westempore irn Mittelschiff diente. Diese Empore nimmt das westliche Joch des
Mittelschiffes ein. (Fig. 27.) Sie ist unterwölbt mit zwei sternförmigen Netzgewölben,
die auf einem Mittelpfeiler ruhen; iiber diesem Mittelpfeiler und einer Vorkragung
an demselben steht auf der Westempore jetzt nocli eine gemauerte Altarmensa.
(Erwähnt bei G. Jakob, Die Kunst im Dienste der Kirche, 5. AufL, Landshut 1901, S. 93.)

Die Gewölbe im Mittelschiff sind Kreuzgewölbe, 1632 hergestellt. Das nörd-
liche Seitenschiff hat sternförmige gotische Netzgewöibe einfachster Forrn auf profi-
lierten Kragsteinen. Einer dieser Kragsteine endigt hornförmig. Die Gewölbe im
siidlichen Seitenschiff scheinen noch später als jene des Mittelschiffes zu sein.

Fenster spitzbogig, jetzt ohne Maßwerk.

Das Langhaus hat nördlich und stidiich Eingänge. Der siidliche im Spitzbogen,
mit Stäben uncl Kehlen profiliert, die Stäbe iiberschneiden sich am Scheitel; Erz-
häuser Sandstein. Uber diesem Portal unter dem Dachgesims die auf die Erbauung
des südlichen Seitenschiffes beziigliche Minuskelinschrift: 1 ■ 4- 7 • 8 ■ Inceptu ■ in die ■
Jieinrici. (Fig. 28.) Das Nordportal ist durch reichere Forrn und durch ein Vorzeichen
(Vorhalle) ausgezeichnet. (Fig. 29.) Es ist im Vorhangbogen überdeckt, mit Kehlen
und sich überschneidenden Stäben profiliert. Im Vorzeichen ein Kreuzrippengewölbe.
Auch dieses Portal scheint von Erzhäuser Sanclstein gearbeitet zu sein.

Von den Türmen geht nur der nördliche in die Höhe. Er schließt mit Kuppel
und Laterne. Der Siidturm ist nur bis zur Mittelschiffhöhe erhalten.

K a t h. Pfarr -
k i rc h e.

Bau-

beschreibung.
loading ...