Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 37.1921-1922

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ERNST TE PEERDT

NYMPHENBURGER PARK (1889)

vor fremden Blicken verborgen hielt. Unter
Hinzuziehung einer beträchtlichen Reihe von
wertvollen Stücken aus Privat- oder Museums-
besitz gelang es damals, in mehr als hundert
Arbeiten eine umfassende Anschauung von dem
Gesamtwerk te Peerdts zu gewinnen. Seitdem
ist der Klang seines Namens über ganz Deutsch-
land gegangen. In Düsseldorf gilt er bei den
Vertretern der mehr konservativen Richtung
wie bei den jugendlichen Stürmern und Drän-
gern als eine der unbestrittensten Größen rhei-
nischer Kunst. Die radikale Gruppe „Das junge
Rheinland" hat seinerzeit Ernst te Peerdt zu
ihrem Ehrenmitgliede ernannt. Die National-
galerie, sowie andere namhafte Sammlungen
sicherten sich wertvolle Stücke seiner Hand.
Auch in der Düsseldorfer Galerie ist er natur-
gemäß mit einigen seiner bezeichnendsten
Schöpfungen vertreten. G. Howe

KUNSTLITERATUR

C. Giedion- Welcker. Bayerische Rokoko-
plastik. J. B. Straub und seine Stellung in Land-
schaft und Zeit. Mit 129 Abbildungen. München,
O. C. Recht-Verlag, 1922.

Den anspruchsvollen Titel hätte die Verfasserin
besser vermieden. Wer sich in dem Buch über

bayerische Rokokoplastik informieren will, wird
durch diese Dissertation enttäuscht werden. Die
wenigen, etwas kritiklos zusammengelesenen Bei-
spiele bayerischer Rokokoskulptur, die außer
Straubs Werken erwähnt werden, geben keinen Ein-
blick in die umfassende Materie, verwirren eher,
weil sie das Wesentliche verdecken. Ganz un-
organisch ist auch die Verknüpfung der Rokoko-
skulptuf mit der Spätgotik eingeschoben, ein
richtiger Gedanke, der nur mit Hilfe eines vor-
sichtig ausgewählten Materials (Straub bietet keine
Ergänzung dazu) entwickelt werden müßte. An-
spruchsvoll ist auch die äußere Form mit den
vielen Absätzen, durch die der Inhalt nicht reicher
wird. Sorgfältig und gut ist das Biographische
behandelt, die Sammlung der Werke Straubs, der
archivalischen und literarischen Nachrichten. Auch
die Entwicklungslinie ist im allgemeinen richtig
gezeichnet. Durch stärkere Berücksichtigung der
Umgebung, in der die Figuren stehen, der Archi-
tektur des Altares, des Raumes, hätte die An-
schauung wesentlich vertieft werden können. Nur
bei der Beschreibung von Ettal sind Ansätze
dazu gemacht. Besonders sorgfältig ist die Aus-
wahl der Abbildungen (zumeist nach Neuaufnah-
men), die der Schrift ihren Wert geben.

Adolf Feulner

Matthias Grünewald, Der Maler des Isen-
heimer Altares. Gemälde und Zeichnungen des
Meisters mit einer Einführung von Wilhelm Nie-
meyer. 21 einfarbige Bilder im Text, 10 mehrfar-
bige Bildtafeln und 3 Zeichnungen der ursprüng-
lichen Ansicht des Isenheimer Altares. Berlin 1921.
Furche-Verlag.

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