Kissling, Hermann
Das Münster in Schwäbisch Gmünd: Studien zur Baugeschichte, Plastik u. Ausstattung — Schwäbisch Gmünd, 1975

Page: 139
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Katalog der Ausstattung

Chor

Chorumgang mit Kapellen einschließlich Taufkapelle, Hochchor und Westjoch-
Glasmalerei.

1. Kapelle (beim südlichen Chorportal): Neugotisches Altarretabel mit einer Be-
weinung Christi, einem fränkischen Schnitzwerk um 1510 mit erneuerter Fassung
(Linde, 98 x 85 cm). Darüber die Heiligen Aloisius, Joseph und Sebastian, drei
große Schnitzfiguren von Pauly um 1860. An der Kapellenrückwand — hier Stirn-
wand der südlichen Wendeltreppe mit Aufgang zum Dachraum — hl. Veit, der
stilistisch dem Sippenaltar zugehört (Linde, 126 cm hoch, um 1510-20).

2. Kapelle: Sebaldusaltar, ein Flügelaltar aus der Werkstatt Albrecht Dürers 667.
Im Schrein hl. Sebald, die knienden Stifter (der Nürnberger Patrizier Sebald
Schreyer und seine Frau Margareta geb. Kammermeister) und zwei Wappenengel.
Das bewegliche Flügelpaar (die Standflügel heute im Germ. National-Museum in
Nürnberg) mit acht gemalten Szenen aus dem legendären Leben des hl. Sebald;
auf der bemalten Predella die Gottesmutter inmitten der 14 Nothelfer. An Stelle
des verlorenen Gesprenges ein differenziert gearbeiteter neugotischer Auszug mit
Marter der hl. Apollonia (Linde, 90 cm hoch, um 1510—20) von einem der Schnitzer
des Sippenaltares 668. An der Kapellenrückwand Gedenktafel für Stadtpfarrer
Pfitzer (in Gmünd 1848—1892). Darüber (ergänzte) Gipskopien der Peter-Parler-
Büste vom Triforium des Prager Veitsdomes und einer Büste in der Certosa di
Pavia, die einmal irrtümlich als das Bildnis des Heinrich Parier ausgegeben wor-
den ist669. Hoch an der Wand Ablaßtafel von 1503 (98 x 79 cm) mit dem Bild der
Wiederherstellung der Pfarrkirche nach dem Turmeinsturz 1497. Die Tafel ver-
mutlich von dem Gmünder Maler Kaspar Urbon 1713 völlig übermalt und mit Zier-
werk versehen. Der alte Ablaßtext ist in eine aufgesetzte Schriftkartusche über-
tragen 670.

3. Kapelle: Johannisaltar, kleiner Flügelaltar mit unterteiltem Schrein (94 cm
hoch, geöffnet 282 cm breit). Die größeren Mittelfiguren — Maria mit dem Kind671,
Johannes der Täufer und der Evangelist — flankiert von vier halbhohen Nischen-
szenen: Anbetung der Könige, Christus vor Pilatus, Marientod und Beweinung

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