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ELFTES CAPITEL.

Molus oder Morias. — Siegesfeld des Sulla. — Orliiopagon, Gipfel
des Tliurius — Käpraena, Chaeronea.— A er o pole über dein Pefrachos.—
Theater. — Brunnen unter dem Theater und Bach Haemon. — Siegesfeld
des Philipp. — Lowe vom Polyandrien der Athener und ihrer Buiidce-
geiiosnen, — Lage Chaeroneas. — Winde.

Von Hagios Blasis führt der Weg nach Chaeronea über
das tiefe Bett eines reissenden Giessbaclies, der bei starken
Regengüssen oft weit über die umliegenden Felder überströmt.
Wir bezeichneten ihn oben als den Molus oder Morius ').
In der Nähe desselben, westlich von Chaeronea erfocht Sulla •
seinen ersten grossen Sieg über Archelaus. Er strömt von
den Bergen hinler Chaeronea herab, die dadurch als das
Thurion bestimmt werden, dessen felsiger und kegelförmiger
Gipfel von den Chaeronensern Orthopagon genannt wurde 2).
Unter dem Thurion stand ein Tempel des Apollo Tburius,
der in Chaeronea auch als Daphnephoros, wie es scheint,
zugleich mit der Artemis Ilithjia verehrt wurde 3). Auch
Serapis genoss dort Verehrung *).

Chaeronea, die Vaterstadt des Plutarch, an den eine seit
kurzem erst verlorne Inschrift erinnerte5), wird jetzt durch
ein kleines Dorf mit dem Kamen Käpraena (v Äan^aiva, die
Wildsau) vertreten. Dies Dorf Hegt an der Ostseite eines
nach Süden mit dem Thurion zusammenhangenden schroffen
Felsenberges, auf dessen Gipfel die Ruinen einer Hellenischen
Acropole liegen. Sie stammt aus nicht gar alter Zeit, wie
die regelmässige Bauart der zum Theil gut erhaltenen Mauern
zeigt. Die Felsenwände, die das Ersteigen derselben schwierig
machen, hiessen Petrochos oder Petrachos 6)-
 
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