Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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GEOLOGIE DER PERGAMENISCHEN LANDSCHAFT

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ren diese Gesteine den obersten Stufen des Carbon oder dem
Permocarbon an. Aber auch helle Nummulitenkalke beteiligen
sich am Aufbau dieser Gebirge. Vereinzelt aus den vulkani-
schen und tertiären Gebilden aufragende Vorkommen von weiss
und bläu gestreiften, auch schwärzlichen Marmoren dürften
wohl als metamorphische Umänderungen jener Kalke aufzu-
fassen sein. Wie gewöhnlich zeichnen sich auch hier die Kalk-
gebirge'durch ihre schrofferen und kahleren Formen (Trachala-
Gebirge) vor den anderen aus. Die Streichrichtung ist in allen
diesen Gebirgen recht verworren, nicht minder in den zwischen
ihnen eingesunkenen und eingepressten Tertiär-Ablagerungen.
Sehr zahlreich sind die heissen Quellen im ganzen Lande.
Erdbeben sind häufig; einige Stösse von geringer Verbreitung
habe ich in Gelembo beobachtet.
Auffallend ist in diesem Gebiete im Vergleich mit Griechen-
land die starke Verwitterung, verbunden mit einer dichteren
Vegetation, was auf ein etwas feuchteres Klima hinweist. Dazu
passt es, dass selbst am Ende der Trockenzeit noch zahlreiche
Bäche Wasser führen, dass prächtige Kiefern-, Pinien- und
Eichenwälder bedeutende Strecken der nördlicheren Gebirge
überziehen und sommergrüne Eichengebüsche weit verbreiteter
sind als immergrüne Maquien. So schliesst sich das Gebiet in
seinem Vegetationscharakter mehr den nördlicheren Teilen
Kleinasiens an ; erst an der Südabdachung des Gündagh und
an der Küste tritt das echt mediterrane Landschaftsbild schär-
fer hervor.
Bonn, 20. März 1901.
A. Philippion.
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