Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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DIONYSOS KATHIGEMON

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τες bei dem gemeinsamen Mahle und im Theater. Auch datie-
ren die Synagonisten nicht nach dem Königspriester. Man darf
daraus folgern, dass sie einen solchen nicht hatten. Das ist
auch durchaus verständlich. Die Techniten von Teos bilden
einen Staat in oder besser neben dem Staate, sie sind durch
συνοικισμός mit dem δήμος von Teos verbunden '. Sie richten
selbst die eine grosse πανήγυρις des Dionysos und ebenso den
Agon der Ευμένεια aus; infolgedessen haben sie einen Priester
und Agonotheten des Eumenes. Die kleinere Truppe von Per-
gamon bedarf eines solchen nicht. Der Agon der Ευμένεια in
Pergamon wird natürlich vom δήμος von Pergamon ausge-
richtet. Ein Königspriester aber ist für die Synagonisten eben-
falls überflüssig; denn was ihnen an religiösen Verpflichtungen
gegen die Dynastie obliegt, wird durch die Άτταλισταί erfüllt.
Diese sind ein ebenfalls in Pergamon ansässiger sakraler Pri-
vatverein, der an sich mit dem Theater nichts zu thun hat,
sondern von Kraton lediglich zu dem loyalen Zwecke des
Königskultes gegründet ist. Aber natürlich wird er schon des
Stifters wegen hauptsächlich Techniten zu seinen Mitgliedern
gezählt haben. Den Zusammenhang zeigt die Aufstellung eines
Duplikates der Attalisten - Urkunden im Techniten - Heiligtum
von Teos.
Dass wir uns hier wirklich in Pergamon befinden, lässt sich
noch weiter durch Folgerungen aus einer unscheinbaren Be-
obachtung nachweisen. Kraton datiert den kurz vor seinem
Tode in Pergamon geschriebenen (vgl. 3069, 15 f.) Brief an die
Attalisten επί ιερέ ως των τεχνιτών Κρατίνου και αγωνο-
θέτου και ιερέως θεοΰ Ευμένου Άρισταίου (3070). Angenommen,
die Attalisten gehörten nach Teos, und Kraton habe deshalb
nach te'ischer Weise datiert: dann müsste man, mutatis mu-
tandis, die Formel erwarten, welche die Techniten in Teos an-
wenden 1 2: επί ιερέως Σατυρου και αγωνοθέτου καί ιερέως βασι-
λέως Ευμένου Νικοτέλους. Der ιερεΰς ist für diese selbstverständ-
lich der aus ihrer Mitte bestellte Priester des Dionysos, der
also nicht mit dem Zusatze των τεχνιτών bezeichnet zu werden

1 Ziebarth Griech. Vereinswesen 83 ff.
2 CIG 3068 A, Lebas Aste Mineure 93 ; vgl. BCH 1880, 177.
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