Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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DIE ZEIT DES ÄLTEREN PARTHENON

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veau rings um den Tempel vorgesehen war und demnach der
Fels früher noch tiefer abgearbeitet werden sollte, lässt keinen
Zweifel darüber, dass die Absprengung erst unter Perikies er-
folgt sein kann. Erst damals hat also auch die letzte Erdan-
schüttung an der Südseite des Parthenon stattgefunden. Zu-
gleich mit der letzten Aufhöhung kann auch erst der obere
Teil der südlichen Burgmauer gebaut worden sein, während
den unteren Teil sicher schon Kimon errichtet hat. Auf den
unteren, grösseren Teil der Südmauer beziehe ich daher die
Stelle in den Schutzflehenden des Aischylos (V. 134), auf die
zuerst Bücheier [Rhein. Mus. XL 629) hingewiesen hat.
Einen umfassenderen Überblick über die verschiedenen Perio-
den der Anschüttungen giebt eine zweite, auf der beiliegenden
Tafel XIII wiedergegebene Photographie (Akropolis Nr. 81).
Rechts erkennen wir wieder den Unterbau des Parthenon, des-
sen untere Quaderlagen noch von der Erde bedeckt sind.
Neben ihm liegen die uns schon bekannten, fast horizontalen
Schichten von Porosfragmenten und Erde, wiederum durchzo-
gen von dünnen und dickeren Schichten des hellen Bau-
schuttes. Das allmähliche Anwachsen der Terrasse ist auch
hier Schritt für Schritt zu verfolgen. In den beiden unteren
sichtbaren Lagen sind viele in handliche Stücke zerschlagene
Fragmente von Porosgebäuden zur Auffüllung verwendet, in
den oberen Schichten nur Erde und kleine Steinsplitter. Von
der polygonalen Stützmauer, welche diese Schuttmassen zu-
sammenhält, sind nur einige obere Steine etwa in der Mitte
des Bildes zu sehen, ihr Unterteil steckt noch in der Erde.
Über dieser Mauer und weiter rechts oben bemerken wir die
schräg abfallenden Erdschichten, die bei der Erbreiterung des
oberen Plateaus entstanden sind. Sie sind hier nicht so stark
wie auf anderen Photographien und scheinen ausserdem in
ihrem oberen Teile etwas gestört zu sein durch die mit Säulen-
trommeln und Quadern fundamentierte Ostmauer des Ergaste-
rion. Diese Bauhütte wird erst aus des Zeit des Perikies stam-
men, weil sie das Vorhandensein der am linken Rande des
Bildes sichtbaren kanonischen und in ihrem Oberteile periklei-
schen Mauer zur Voraussetzung hat. Die horizontalen, von
hellen Bauschuttlinien durchzogenen Schichten unterhalb der
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