Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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DIE ZEIT DES ÄLTEREN PARTHENHN

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laufende alte pelasgische Mauer A E D den Abschluss der
Burg; ihr breiter unterer Teil ist einfach schraffiert, der dünnere
Oberbau (nach den Mauern von Tiryns hypothetisch angenom-
men) doppelt schraffiert. Durch eine doppelte Linie ohne Schraf-
fur ist die damals noch nicht vorhandene kimonische Südmauer
angedeutet. Die polygonale Mauer BC, welche als Stützmauer
für die erste Anschüttung neben dem sich erhebenden Tempel-
fundament errichtet wurde, ist schwarz angelegt. Sie läuft dem
Tempel ungefähr parallel, beginnt an der pelasgischen Mauer
bei B gegenüber der S. W.-Ecke des Tempels und endigt im
Osten bei einer Biegung derselben Mauer bei C unter dem jet-
zigen Museum, dessen Lage durch eine einfache Umrisslinie
angegeben ist. Das unter dem Museum liegende Stück der
Mauer ist zwrar nicht aufgedeckt, weil dort nicht gegraben wer-
den konnte, durfte aber mit Sicherheit ergänzt werden. Der
Raum zwischen dem Tempel und der Mauer BC ist die Ter-
rasse II unseres Durchschnittes in Abb. 2. Aus dem Grundrisse
erkennen wir deutlich, warum die Anschüttung nicht sofort bis
zur pelasgischen Burgmauer ausgeführt wurde. Zur Aufhöhung
des ganzen Raumes zwischen dem Tempel und dieser Mauer
waren grössere Massen von Erde und Steinen erforderlich ge-
wesen, als man zur Verfügung hatte. Man entschloss sich daher
zu einer nur teilweisen Aufhöhung, errichtete die Stützmauer
BC für eine besondere Terrasse und liess den Zwischenraum
zwischen ihr und der pelasgischen Burgmauer tief liegen. Um
diesen Raum von der neuen Terrasse aus betreten zu können,
musste eine Treppe angelegt werden, die bei B noch gut er-
halten ist (vgl. die Photographie Akropolis Nr. 99 und E. Cur-
tius Stadtgeschichte von Athen S. 48 Fig. 11). Ob bei C eine
ähnliche Treppe war, ist zweifelhaft, weil der unter dem Mu-
seum liegende Teil der Mauer nicht freigelegt werden konnte.
Vielleicht war die Terrasse an ihrem östlichen Ende so niedrig,
dass eine Treppe überflüssig war. Der Grund für die bedeu-
tende Neigung der Terrasse von Westen nach Osten darf
darin gesucht werden, dass sie zugleich als Rampe dienen
sollte für das Heranschaffen der Bausteine von dem im S. O.
gelegenen tiefen Arbeitsplätze hinauf zum Tempel. Aus dem-
selben Grunde biegt auch die Stützmauer BC gegenüber der
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