Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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EIN TÜRKISCHES WERK ÜBER DAS ÄGÄISCHE MEER 429

Von diesem Hafen ist die zerstörte Burg von Megara 35
Meilen entfernt. Das von uns genannte Megara ist am Ende
des bekannten Busens von Athen b
Am Ende des besagten Golfes ist jenseits einer schmalen
Landenge der Busen von Inebachti (Naupaktos, Golf von Ko-
rinth). Besagte Landenge ist 6 Meilen breit. In der ersten Zeit
hatte man eine Ziegelmauer gezogen. (Dadurch) ist Morea so
ziemlich in der Gestalt einer Insel geblieben1 2.
Hierauf ist zwischen dem erwähnten Hafen von Athen und
Kuluri (Salamis) ein kleines Inselchen, Haram Adasi (Diebsin-
sel) nennen sie es. Besagtes Inselchen ist vom Hafen von Athen
zwei Meilen Betrag entfernt, und zur Küste ist es eine Meile.
In der Mitte zwischen der Küste und dem erwähnten Inselchen
können grosse Schiffe gehen 3.
Aber Kuluri ist eine pinienreiche Insel. Auf jeder Seite die-
ser Insel ist ein Ankerplatz. Und die Entfernung zwischen der
Küste und besagtem Kuluri beträgt eine Meile, und das Wasser
ist vier Klafter tief. Auf dieser Insel ist eine Kirche, mit
Namen nennt man sie San Niccolo. Die Schiffe, welche zu die-
ser Insel gehen, binden das Tau vor besagter Kirche an und
werfen Anker gegenüber von Rumili vier Klafter im Wasser.
Wenn man Bedürfnis nach trinkbarem Wasser hat, so findet
man es an jenem Ort4.
Auf der Insel Ägina, welche im Besitz von Venedig ist, be-

1 D. h. des saronischen Golfs. Die Karte von B reicht nicht bis Megara, die
von D dagegen hat nicht nur die Ruinen von Megara (ohne Beischrift) einge-
zeichnet, sondern auch noch Akrokorinth mit der Beischrift : Kaleh Korudus
(Burg von Korinth).
2 Die Ziegelmauer ist die antike, in byzantinischer und fränkischer Zeit wie-
der aufgebaute Isthmosbefestigung, deren byzantinischer Name Hexamilion war.
3 Das Diebsinselchcn Haram adasi ist Lipsokutali, das alte Psyttaleia, gegen-
über der Bucht von Kerasini, dem alten Φώρων λι.μήν, der jetzt noch Κλέφτικο
λιμάνι heissen soll. Karten von Attika, Text II 8. 10. 29.
4 Der griechisch-türkische Name Kuluri für Salamis (=Bretzel) rührt von der
Gestalt der Insel her. Welche von den zwei an der Ostkiiste gelegenen Kirchen
des H. Nikolaos gemeint ist, ist ersichtlich aus der Notiz über das trinkbare Was-
ser. In den Karten von Attika, Sektion Salamis ist eine Cisterne bei der Kirche
südlich von Ambelaki verzeichnet. — Die Insel Salamis hat auf den Karten die
Beischrift Kulur.
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