Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 23.1907

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1907

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Heft 1

Wohn- und Geschäftshäuser in Wien,
Sechshäuserstraße 124 130.



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Architekten: Oberländer & Krauß in Wien.


Beschreibung der Abbildungen.
Tafel 1 und 2. Landhaus in Bremen-Vahr. Architekten:
Runge & Scotland in Bremen.
Zum Artikel »Zwei Bremer Landhäuser«.

Tafel 3. Geschäftshaus der Papier-Zeitung in Berlin SW.,
Dessauerstraße 2. Architekt: Dr.-lng. Professor Bruno Schmitz
in Charlottenburg.


Rat- und Schulhaus in Mühlbach. Architekt: Oberbauinspektor Emil Lang
in Kolmar.

Tafel 4. Villa des Reichsrats Hugo von Maffei in Feld-
afing. Architekt: Professor Emanuel von Seidl in München.
Die Bestimmung der Lage für das Gebäude war insofern schwierig,
als außer der Himmelsrichtung alte Baumbestände und die Aussicht zu
berücksichtigen waren. Daraus ergab sich die Grundrißlösung mit schräg
zum Hauptbau gestelltem Seitenflügel und malerischer Gruppierung der
Fronten, gesteigert durch den in die Ecke gestellten Turm. In der Ge-
samtform ist der ortsüblichen Bauweise tunlichst Rechnung getragen, wäh-
rend in den Einzelheiten moderne Anschauungen und moderne Bedürfnisse,
in Bezug auf die Form und Einteilung der Fenster u. s. w., zur Geltung
kamen. Für die Sockel, Strebepfeiler u. s. w. ist der in der Nähe vorhandene
vorzügliche Tuffstein verwendet, der in Farbe und Struktur eines der male-
rischsten Materialien bildet.
Der enge Zusammenschluß des Gebäudes mit der umgebenden Garten-
anlage ist durch Anbringung von Spalieren, Umrankung u. s. w. verstärkt.
Tafel 5. Wohn- und Geschäftshäuser in Wien, Sechs-
häuserstraße 124/30. Architekten: Oberländer & Krauß in Wien.

Tafel 6. Landhaus der Frau K. Gmelin in Heilbronn.

Architekten: Beutinger & Steiner in Darmstadt und Heilbronn.

Das kleine, bescheidene Haus ist der Wohnsitz einer Witwe in einem
größeren Garten. Da es nur für diese selbst bestimmt ist, waren die
Räume auf die notwendige Anzahl zu beschränken, aber das ausgebaute

in Feldafing. in München.


Dachgeschoß so zu gestalten, daß
eine zweite Wohnung eingerichtet
werden könnte.
Im Erdgeschoß ist daher
der Vorraum so angeordnet, daß
die Treppe nach oben frei bleibt
Das Äußere konnte mit Rücksicht
auf die gärtnerische Umgebung
und den starken Baumbestand
einfach gehalten werden. Es ist
in Backstein mit sparsamer Ver-
wendung von Sandstein für Fen-
stereinfassungen und Sockel, mit
rotem Ziegeldach und brauner
Schindelung des Giebels durch-
geführt, um Farbengegensätze zur
Umgebung zu erzielen. Die Bau-
kosten betrugen für das fertige
Gebäude rund 10000 Mk.

Tafel 7. Rat- und Schulhaus in Mühlbach. Architekt:
Oberbauinspektor Emil Lang in Kolmar.
An das bestehende Schulhaus sollte an Stelle des minderwertigen
alten Rathauses ein Gebäude angebaut werden, das die eigentlichen Rats-
räume, vier Schulsäle und eine Dienstwohnung für den Oberlehrer enthält.
Die Lage des Platzes forderte malerische Gruppierung; außerdem
wurden die Schulräume vom Rathaus und der Lehrerwohnung streng ge-
trennt und jeder Gebäudeteil mit besonderm Eingang und Treppenhaus
versehen. Der Bürgersaal liegt etwas höher als das übrige Erdgeschoß, so
daß darunter Raum für das Spritzenhaus ist; unter den Schulsälen fand die
geräumige Gemeindekelter ihren Platz.
Mühlbach ist ein Ort mit sehr entwickelter Steinhauerindustrie, daher
das Material — ein schöner goldgelber Sandstein — ausgiebig Verwen-
dung fand. Das Haus wurde im Jahre 1903 erbaut, ist mit schön roten
Biberschwanzziegeln gedeckt und kostete mit den Schüleraborten und
einem Teil der Einrichtung 74 000 Mk.
Tafel 8. Villa des Herrn Otto Rosenfeld in Stuttgart,
Hohenzollernstraße. Architekten: Eisenlohr & Welgle, Ober-
bauräte in Stuttgart. — 1. Diele.



Kirchenkastell zu Schönberg in
Siebenbürgen.
Aufnahme von Fritz Balthes in Charlottenburg.
Die Anlage gibt den Typus
einer befestigten Dorfkirche aus dem
16. Jahrhundert. Die Kirche hat über
Haupteingang und Chor je einen
wehrhaften Turm. Das Kastell liegt
mitten im Dorf, beinahe ganz auf
ebenem Gelände.

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