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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0100

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Fr. Garscha

12. Scherben vom Unterteil eines besenstrichverzierten eimerartigen Gefäßes von 17 cm
Bodendurchmesser (Taf. VIII ist —
13. Bodenstück eines außen und innen rötlichen, im Bruch grauen Gefäßes (Abb. 1 r). —
14. Randstück eines grauschwarzen eimerartigen Gefäßes (H. n- 27; Bauch-Dm. ca. 30 cm,
Abb. 1 a). -
15. Randstücke einer schwarzen Schale (Scheibenarbeit) von 22 cm Dm. mit verdicktem
Rand (Abb. 1 b und Tas. VIII a). -
16. Randstücke einer schwarzen Schale (scheibengedreht) von ca. 21 cm Randdurchmesser
(Abb. 1 c). -
17. Randstück von vier verschiedenen flachen Schalen mit eingezogenem, verdicktem Rand
(Abb. 1 e—§); 3 davon rotbraun, eine schwarz; bei zweien im Innern radiale Glätt-
streisen (Taf. VIII c—ck); sämtlich auf der Scheibe gearbeitet. —
18. Ranöstücke zweier handgearbeiteter Schalen mit eingezogenem Rand (Abb. I I—m),
eine mit Durchbohrung in der Schrägwand. —
19. Randstücke von 3 handgearbeiteten Schalen mit nur leicht eingezogenem, waagrecht
abgestrichenem Rand; ein Stück mit zwei Durchbohrungen (Abb. 1 n, p—g). —
20. Randstücke von 4 Borrat sgefäßen (Abb. 1 b—ü, o). —
21. Randstücke einer scheibengedrehten Flasche (Abb. Ick).—
22. Schulterstücke einer scheibengedrehten Flasche (Taf. VIII e). —
23. Bruchstück einer mit eingeglättetem Quadratgittermuster verzierten braunen Flasche
(Taf. VIII b). -
Grube 2.
Die Grube zeigte in 1 m Tiefe einen ovalen Grundriß von 1,30 : 1 m, und verjüngte
sich langsam bis zur größten Tiefe von 1,30 m. In 1,10—1,25 m Tiefe zeigten sich außer-
ordentlich starke Brandreste mit Steinen und Scherben vermischt. Die unterste Schicht der
Grube war rotbraun gefärbt. An Funden enthielt die Grube einige meist uncharakteristische
Scherben, ein Bruchstück eines tierischen Gelenkkopfes und Reste verbrannten Holzes
Wohl von der Pappel.
hinter dem nicht charakteristischen Scherbenmaterial beider Gruben überwiegt
die grobe Ware. Im ganzen halten sich gedrehte und handgeformte Ware die
Waage. Charakteristisch für letztere ist der meist waagrechte abgestrichene Rand,
während erstere meist dünnere Ränder besitzt oder, soweit sie verdickt sind; diese
gefälliger wirken.
Der Inhalt unserer beiden Gruben von Welschingen-Neuhausen bildet eine gute
Ergänzung zum Inhalt der beiden Gräber der gleichen Zeit, welche 1926/27 un-
weit unseres Fundplatzes in der gleichen Kiesgrube geborgen wurden und die G.
Kraft (Bad. Fber. II, 1931, 285 ff.) in die Gesamtbetrachtung der älteren Latene-
funde Oberbadens einbezogen hat.
Ein Gesamtvergleich unseres Inventars mit den übrigen älteren Latanefunden
Oberbadens, besonders aus dem Rachbargebiet zeigt, daß sie nicht mehr zum ältesten
Latene-Horizont (Altenburg, Mühlhausen-Mägdeberg und Singen) gehören (vgl.
den obengenannten Aufsatz von G. Kraft). Sie sind jünger; die gröbere Ware ist
schwer zu datieren, die wenigen feinen Stücke mögen teils noch der Mittellatenezeit,
teils aber schon der Spätlatenezeit angehören. Besonders die Schalen mit verdicktem
Rand und solche mit Glättmuster im Innern, die Eisenfibel mit bandförmigem
Bügel und einige Bodenstücke sprechen für die Spätzeit.
Nach den von O. Dreher gemachten Profilbeobachtungen dürften unsere bei-
den Gruben besondere Eintiefungen innerhalb der latenezeitlichen Wohnfläche oder
Häuser darstellen.
 
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