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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0111

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Römische Gebäude im Gebiet von Tarodunum

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antike Leistenziegel; auch römische Münzen kommen vor"L Die erste planmäßige
Ausgrabung wurde 1901 von E. Fabricius und F. Leonhard am Heidengraben vor-
genommen, „deren nächster Zweck nur die Einleitung einer allmählich durchzu-
führenden, planmäßigen archäologischen Untersuchung von Tarodunum sein sollte" 2.
Es gelang, im Osten den Abschnittsgraben der Latanebefestigung und die dahinter
errichtete Trockenmauer mit Holzdurchzug nachzuweisen, sowie ein Tor samt
Straße; an den beiden anderen Seiten der Hochfläche wurde ein Randwall bemerkt.
In den folgenden Iahren kam es zu keiner Fortsetzung der Ausgrabung und die
sorgfältige Beobachtung aller Bodenbewegungen, besonders eines Wasserleitungs-
grabens, blieb ohne Ergebnis.
Prof. Hermann Wirth, Freiburg i.Br., ein Schüler von Leonhard, ging seiner-
seits fahre-, ja jahrzehntelang das Gelände von Tarodunum nach Spuren alter
Siedlungen ab, wobei er besonders die von Schreiber erwähnten römischen Reste
wieder aufzufinden hoffte. Seine unermüdlichen Bemühungen wurden endlich von
Erfolg gekrönt; durch Befragen eines Bauernknechts wurde er auf eine Stelle hin-
gewiesen, auf der er am 28. Oktober 1928 Gebäudereste, römische Scherben und
Ziegel fand, deren Zahl er durch kleinere, mit seinen Schülern unternommene Schür-
fungen noch vermehren konnte; die Spuren bedeckten eine Fläche von 300: 100 rn
Ausdehnung ü Durch Bermittlung seines Bruders, des damaligen Reichsinnen-
ministers Dr. Ioses Wirth, wurden von privater Seite RM. 600 — für eine Unter-
suchung gestiftet, die aber durch widrige Amstände immer wieder vereitelt wurde.
1 H. Schreiber, Gesch. d. Stadt Freiburg i.Br. I 1857, 17ff.; E- Wagner, Fundstätten
und Funde I 1908 S. 221 f.
2 E. Fabricius in „Berhandlg. der 46. Berslg. Deutscher Philologen .... in Straßburg
1901. Leipzig 1902.
» Badische Fundberichte II 1929 S. 57; III 1936 S. 377. Siehe auch Pauly-Wissowa,
II 8 SP. 2328 f., 1932 Franke.
 
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