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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0116

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106

G. Kraft und R. Halter

'Der Eingang in den Keller war ebenfalls denkbar einfach gebaut (Abb. 6; 8). Die
Schwelle wurde von den beiden untersten Steinzeilen der Nordwand gebildet. Der West-
rand der Türöffnung besteht ebenfalls aus der Nordwand selbst, die rechtwinklig nach
außen (Norden) umbiegt und eine Wange von 1 in Länge und (soweit erhalten) 0,4 in Höhe
bildet. Der Ostrand der Türöffnung wird in der untersten Lage von einem Stein der öst-
lichen Kellerwand gebildet; da diese aber nach oben zurücktritt, wurde, um einen senkrechten
Pfeiler zu erhalten, eine
Steinsäule vorgesetzt, die
gleichzeitig den Beginn der
östlichen Wange und den der
Noröwand des Kellers dar¬
stellt. Diese Ostwange reichte
in der untersten Steinlage
noch 0,95 m, darüber nur
0,65 in nach außen; da in der
Einfüllung fast keine Steine
lagen, dürfte der Haupttei!
der Wangen mit Holz ver¬
schalt gewesen sein, wie auch
die kreppe aus Holz bestand Abb. 8. Tarodunum. Eingang des Kellers. 1 : 50.
(s. u.). Bon Profilierungen
für die Tür (Anschlag o. ä.) war nichts zu sehen.
Bor der Türschwelle lag ein 0,80 in tiefer Borplatz mit Wackenpflaster; das äußere
Drittel ist 5 cm höher und stößt mit unregelmäßiger Kante an den Schotter („gewaschener
Kies") an, dann steigt der Kellerhals mit 37° Neigung an. Auf dem Wackenpflaster und
der Böschung des Kellerhalses lag ein 5 cm starker Estrich aus fester fchwarzgrauer Lette.
Seine Oberkante gegen einen etwas Heller gefärbten, 10—25 cm starken gelbgrauen, schlick-
artigen Lehm bildete sechs stufenartige Absätze, die in 2 unabhängig voneinander ge-
wonnenen Profilen genau übereinstimmend beobachtet wurden. Die oberste dieser Stufen
lag 1,10 m über der Schwelle und 1,78 m von ihr entfernt und 0,48 m unter der heutigen
Oberfläche. Die Treppe stieg also geradlinig empor.
Die Einfüllung des Kellers (Abb. 5), über dem Estrich, bestand im Ost- und Nordteil
aus einem gelbgrauen, ja grünlichen, festen Schlick, der von der Wand zur Kellcrmitte hin
auskeilte (Mitte der Ostwand 0,75 m stark). Er reicht in den Kellerhals hinein. Darin nur
wenig Funde.
Darauf liegt, im Westen und Süden besonders stark, die Haupteinfüllung, ein dunkel-
braun-grauer Lehm, 0,40—1,00 m stark, mit sehr viel Funden: Leisten- und Hohlziegel, De-
fähscherben, Eisennügel, Holzkohle, Bruchstücke von Mühlsteinen, aber wenig Bruchsteine
und Wacken. Außerdem fanden sich häufig Klumpen des feinen dunkelbraunen Mauer-
sandes, die in sich zusammenhingen. An einem davon, gefunden dicht über der Kellersohle
an der Mitte der Westwand, haftete ein Stückchen feinen Weißen Kalkmörtels mit glatter
dunkelgrün gefärbter Oberfläche (Wandverputz). Hm Südostviertel (auf Abb. 5 nicht
sichtbar) senkt sich grubenartig eine rund 40 cm starke, gegen den Rand auskeilende schwärz-
liche holzkohlehaltige Schicht von rund 1,20 m Durchmesser ein. Dicht östlich davon, an der
Mauer, ein senkrechter schwarzer holzkohlehaltiger Streifen von 12 cm Durchmesser und
50 cm Höhe.
Die obere Kellerhälfte wurde größtenteils von einem braunen, stellenweise dunkler
gefärbten Lehm eingenommen, der randwärts bis unter die Ackerschicht reicht, in der Mitte
aber sich zu einer Mulde senkt. Der ganze obere Teil dieses braunen Lehms, besonders aber
in der Mulde, enthielt viel Holzkohle und massenhaft Wacken und Bruchsteine, Scherben,
Ziegel und Eisen; in ihm lag aber auch, innerhalb der Westmauer, etwa 70 cm tief, ein
Hufeisen. Die Mulde war mit dunkelbrauner, wenig fundhaltiger Erde allmählich ein-
gedeckt.
Aber dein NO-Biertel der Kellermauer, über den Ausgang hinweggehcnd, lag eine
jüngere Steinfetzung (Abb. 4). Sie war aus größeren Wacken und Bruchsteinen (und Lei-
stenziegeln) dicht gepackt, lag in dem braunen Lehm, der an dieser Stelle rund 1 m nach
 
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