Das Buch für alle: illustrierte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für die Familie und Jedermann — 37.1902

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Heft s. JUustvierte FarniUen-Zeitung. ms.


V?enn 6u mick liebst.
stomcin von Georg köcirtwig (Cmmg lioeppel).
<ro7t!etrung.>

(llackürucli vo7dotsn.)
un hört aber alles auf!" rief Eduard Trach-
I berg halb staunend, halb verdrießlich. „Betty,
I V dn wirst dich dach nicht in sülche alten Ge-
schichten cinlassen? Die Sache kann dir doch
herzlich gleichgültig sein."
„Weder mir, nach dir," sagte sie mit überlegener

Ruhe. „Es sei denn, daß du den Mut nicht hast,
für eine Ueberzcuguug einzutrcten."
„Aber ich habe ja gar keine Ueberzeugung," rief
er lachend und ärgerlich zugleich. „Du tüftelst mir
da etwas an. Laß doch die Spielerei! Was hast
du denn davon? Es handelt sich doch nur um
Neugier."
Sie faßte seine Hand und sagte langsam. „Du
irrst, es handelt sich um dein Recht auf das Majorat."
Er sprang auf.
Wie er in ihre Augen sah, versagte ihm das
Lachen. Er versuchte einen Scherz. Auch der miß-
lang.
Endlich sagte er kleinlaut. „Ich bitte dich, Betty,

mach nicht solche Geschichten am späten Abend! Du
sollst deine Kopsnerven schonen. Was fabulierst du
da? Laß uns lieber Halma spielen!"
Er suchte aus dem Bereich ihrer Augen zu kom-
men und wollte sich abwcndcn, um das Halmatischchen
herbeizutragen, als sic seine Hand abermals ergriff
und fcsthiclt.
„Dn brauchst uicht vor deinem Recht zu fliehen,
du sollst es im Gegenteil fest an dich nehmen. Und
was meine Gedanken anbelangt sind sie nie freier
von Einbildungen gewesen als eben jetzt. Setz dich
wieder hin. Tu wirft gleich hören warum."
„Meinethalben! Aber wenn ich eine Ahnung
habe, was du eigentlich willst - " er wandte ihr sein


Sang rur SluMmetls. llacki einem Semälös von Z. k. Kennings.
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