Das Buch für alle: illustrierte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für die Familie und Jedermann — 37.1902

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V?snn 6u inick liebst.
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Maciiäruck verdotsn.)
st es romanhaft, wenn ich mich von ganzem
Herzen bestrebe, in deine Interessen hineinzu-
wachsen?" fragte Marie Antonie mit un-
sicherer Stimme ihren Gatten. „Mir ift's
zuweilen, als stände ich vor einem Hause und könnte
nicht hineinfinden."
„Hier ist das Buch über rationelle Forstwirt-


schaft," sagte Trachberg ruhig uud reichte ihr den
Band. „Mache den Anfang."
Sie nahm es an sich, ließ es aber sinken.
„Ich meine, du habest zu deinem Wohle nicht
nötig, meine besonderen Angelegenheiten zu deu deinen
zu machen," fuhr Maximilian fort, „lind was das
Haus anbelangt, in welches du nicht hineinfinden
kannst, — Schloß Holdcnberg ist dir geöffnet bis
in die kleinste Nische hinein."
Daß er ihr mit dieser höflichen Ablehnung Schmerz
bereitete, kam ihm gar nicht in den Sinn. Er hatte
ja doch nicht geheiratet, um ein Liebeslebeu zu be-
ginnen mit einem Kinde, dessen Schönheit wohl den
Antrieb zu einer Werbung geben, aber tiefere Wir-
kung nicht ausübeu konnte. Bettys Ansprüche ab-

schütteln und dem väterlichen Wunsche nachkommen,
hieß doch nicht, sich auf gleiche Stufe mit diesem
schönen Kinde stellen.
Marie Antonie hatte sich erhoben. „Ich fühle
es — oder vielmehr du löstest es mich fühlen," sagte
sie mit zitternder Stimme, „daß ich den Geist nicht
besitze, den du au Betty, wie ich höre, so sehr ge-
schätzt hast."
„Betty laß ganz aus dem Vergleich," unterbrach
er sie unwillig. „Sie ist eine Närrin. Und ich wünschte
um alles nicht, daß du ihr gleichest. Mehr uoch, sie
ist eine gefährliche Frau," fügte er geringschätzig hin-
zu, „deren Vorzug darin besteht, ihren Mann bis
zur Geschmacklosigkeit beherrschen zu können."
Sie war so betroffen von dieser herben Kritik,


knliclit von krixen (?nol). llack einer plioiogwpliie von tdürtlile L §olin In Zalrburg. (5. 164)
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