Das Buch für alle: illustrierte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für die Familie und Jedermann — 37.1902

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komciii von Seorg kcirttoig (Lmmtz koeppsl).
<vortleNung.)

illacliüruck vsrboten.)
rau Dunby, die Pflegerin des jungen Grafen
Trachberg, gab dem Diener einen Wink, die
seidene Decke an den Ofen zu halten, wäh-
rend sie mit der Amme den Kleinen thun-
lichst rasch zum Aufbruch fertig machte.
„Baby ist fertig!"


Dies war das Zeicheu für alle, der Amme mit
dem Kinde Platz zu machen, das durch seinen Ge-
sichtsschleier hindurch fortfuhr, Menschen und Gegen-
stände nm sich her lautlos zu betrachten, als sei ihm
nicht viel Zeit gegeben, sich auf dieser wunderlichen
Erde nmznschen.
Nachdem der Kleine zur Ruhe gebracht war,
verließ Marie Antonie das Palais, ihrer Tante
Tina einen knrzen Besuch abzustatten. Froh der
Freude, welche sie ihrem Vater soeben vorbereitet,
schritt sie über den Schloßplatz dem Villenviertel
zu zur Wohnung der Baronin.
Plötzlich, fast auf der nämlichen Stelle, wo da-
mals die Gestalt Brnno Geislers vor ihr ansgetaucht

war, sah Marie Antonie Eduard Trachbcrg um die
Straßenecke biegen. Er war augenscheinlich bei Frau
v. Lüttmig gewesen und wollte nach seiner Wohnung
zurückkehren.
Anmutig beschleunigte die junge Frau ihre Schritte,
ihn einzuholen. Als sie es nicht ganz vermochte, rief
sie lachend seinen Namen.
„Eduard, warte doch einen Augenblick! Ich komme
ja ganz außer Atem."
Er schrak merkbar zusammen, es schien sogar,
als wolle er sich weder umwenden, noch stillstehen,
sondern eiliger als zuvor seinen Weg fortsetzen.
„Eduard!" rief Marie Antonie noch einmal. „Ich
bin's ja! So höre doch!"

IlsuMirbemck beim Srohpapa. Vriginalreicknung von Wiiam l>ups.
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