Bredius, Abraham [Oth.]
Künstlerinventare: Urkunden zur Geschichte der holländischen Kunst des XVIten, XVIIten und XVIIIten Jahrhunderts (Band 1) — Haag, 1915

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DAS NACHLÄSS-INVENTAR VON CORNELIS DUSART.

Die ScMüsse, die wir ans dem Verzeichnis der Hinter-
lassenscliaft Cornelis Dusarts, dieses schoii zu seiner Zeit
gefeierten Kiinstlers — iiber den zwar Houbraken schweigt.
aber yan Grool das eine und andere mitteilt —, zieben
können, sind selir lehrreicb. AVir wissen, dass er ein geliebter
Scbiiler Adriaen van Ostades war. Aus dem Inventar gebt
nun hervor, dass Meister und Schiiler zusammen gearbeitet
baben; vermutlicb vollendete Dusart aucb mancbes von
seinem Meister unfertig binterlassene Stiick. 1703 verkaufte
Dusart für fl. 35 ein Gremälde van A. v. Ostade begonnen en
door den overledene (Dusart) opgemaackt (vollendet). (Siebe
unter Gruthaben S. 55) Sebr merkwürdig ist die Auffüh-
rung einer Anzabl von Bildern, die durch Isaack van
Ostade (gest. 1649) angefangen und von Dusart (geb. 1660)
fertiggestellt wurden. (Nrn. A. 74, 75, 106, 107, 116,
157 etc.). Die einzige Auflösung des Hätsels giebt die
Annahme, dass Adriaen van Ostade eine Heihe von unvoll-
endeten Bildern seines früb verstorbenen Bruders besass,
die er dann durch Dusart fertig malen liess.

Besonders interessant sind in diesem Inventar ferner noch
u, a. das Bildnis des Malers Leendert van der Coogben von
Erans Hals (N r. A. 137), ein Christus unter den Kriegs-
knecbten von Adriaen Brouwer (N r. C. 44) und die Werke
„ in der Art von Bercbem” von Dusarts Lebrling Wynand
de Haas. (Siehe unter Grutbaben S. 54).

In Dusarts Testament (Beilage /.) wurde u. a. bestimmt,
dass seine Tanten Cornelia und Elisabeth Brouwers ihr
Leben lang den Grenuss seiner Kunstsammlung baben sollten.
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