Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

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Pfarrer zu Dau;ig, im Namen des Hoch-
meisters gegen Auslieferung der über das
Bistum Riga lautenden Briefe entrichtet
hatte. Diese Briefe oder Urkunde» be-
trafen die am 9. Oktober 1448 durch
Papst Nikolaus V. erfolgte Ernennung
des Prieslerbruders Magisters Silvester
Stodewescher von Thorn zum Erz-
bischof von Riga. Der Meister in Liv-
land hatte sich verpflichtet, die auf 4000
Dukaten vorangescklagten Kosten seiner
Bestätigung zu tragen. Durch Vermitt-
lnng des Handlungshauses Jos nnd Eitel
Huudp iß vou Ravensburg zahlte dann
der Hochmeister bei der Knrie in Rom
die Kosten für die päpstliche Ernennungs-
urkunde des neueu Erzbifchoss nnd andere
Kosten, die, wie man sieht, 2300 Dnkaten
betrugen.

Als am 1. Dezember 1449 die Ge-
bieliger der Ballei Elsaß dem Hochmeister
schrieben, siegelte dieses Schreiben Beringeir
v. Wiler (Weiler), Komtur zu Frei-
burg, und Rudolf v. R e ch b e r g vou
Hvhen-Rechberg, Komtnr zu Alts-
haufen. Die alte Hochmeisterchronik meldet:
Ende Dce. 1455. In der Zeytt käme
der Meyster von teutfcheu Landen der von
Lentersheim. Darvor eyn gut Weyll
was komenn aus Elfzazze zweu Eomethnr,
eyner Herre Weyler gnant und was
Eomethnr zu Freyburg, der ander hyefz
der von Rechberg und was Eomethur
zu Altzhaufzenu. Mit yn kam auch Grave
Ludwig Helfe n sie in.') Die ritterlichen
Herren eilten dein Orden zur Hilfe. Mit
Kredenzschreiben vom 24. April 1456
wurden Rudolf v. Rechberg und der
alte Vogt von der Nemnark, Christoph
Egling er, mit der Bitte um Hilfe an
den Kurfürsten von Brandenburg gesandt.^
Am 23. Oktober 1457 war Rudolf wieder
in Altshausen, vou wo er an diesem Tage
an Johann v. Remchingen, Land-
komtur an der Etsch, über eine Beratung
mit den Komturen von Freiburg und
Mainau über eine nicht naher bezeichnete
Angelegenheit schrieb. Am 26. Mai 1470
sandte Rudolf, jetzt Landtomiur im Elsaß,
au den Statthalter des Hochmeisters,

') Script, rsr. prnsz. III, 68Z.

2) Ebenda IV, 1ö7, Anm, I; Voigt, Gesch.
Preußens VIII, S. 489, Anm, 1,

Heinrich v. Richtenberg, einen Gruß'
bries.

Von 14. Oktober 1449 bis zum 2. Sep-
tember 1450 war Großkomtur Heinrich
Söllr (Zolr) v. Richten berg. Vor-
her war er vom 26. Juli 1434 bis zum
13. Dezember 1435 Bischofsvogt im Sam-
land, vom 28. Mai bis zum 6. November
1435 anch Pfleger in Tapiau, am 6. Sep-
tember 1436 Vogt zu Heilsberg, am
22. Juli 1437 bis zum 29. Mai 1440
wieder Bischofsvogt im Samland, seit 1441
Pfleger zu Meselanz, vou 1442 bis zum
29. Januar 1447 Pfleger in Rasteuburg,
wozu auch Rhein gehörte, von 1447 bis zum
22. Februar 1449 Komtnr zu Memel.^)
Er entstammte einem schwäbischen Adels-
geschlecht, das sich nach der abgegangenen
Burg Richtenberg auf dem östlichen Aus-
läufer des Asperg nannte. Am 6. De-
zember 1449 schrieb von Marienburg aus
Heinrich So lir v. Ri ch teub erg, Groß-
komtur und Hochmeisters Statthalter, au
den Deutschmeister über dessen Forderung
an den Orden in Preußen und Sendung
von Hengsten nach Deutschland. Am
7. November 1449 war der Hochmeister
Konrad v. E llri ch s h a u s en gestorben.
„Danach am Tage Barbare (1449, nicht
1450) wart Heinrich Solrr vou
Richlenberg, Großcomplhur czu eym
Stadhelder gekoren".^) Noch vor seiner
Wahl zum Statthalter hatte er seit des
Hochmeisters Tod mit dem Ordensmarschall,
Oberstfpittler, Obersttrappier und einigen
andern Ratsgebietigern den obersten Ge-
bietigen at gebildet.^) (Fortsetzung folgt.)

-e- Vor loa Jahren. ^ A-uF einem
altenKereMejinerAlostertAgebuch,:c.

(Schluß.)

Den 28. bis 29. April: Besuch
des Herrn v. Steigentesch auf seiner
Rückreise von Nenhansen nach Regens-
burg. — Den 1. Mai: Bei der Aus-
teilung der Predigten für dieses Jahr
behielt ich die auf das heutige Fest

') Voigt, Namenskodex S. 7, 78, t05, 68, 78,
04, 101, 37.

2) ?ot, a, 12 des sKgl. preuß. Staats-
archivs in Königsberg p. 411 sscript. rer, pruss,
III, 648),

Voigt, Gesch. Preußens VIII, 199.
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