Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

Page: 161
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Organ für Geschichte, AltertnmDnnde,

Aunst und Nnltnr der Diözese l^ottenlnirg und der .imirenzenden Gebiete.

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Nr. -U.

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Geschichte der Vsarrei Grsenhausen,
GA- Tauphrim.

Von Pfarrer Phil. Graf') in Busimannshauseu.

Ter im Jahre 1848 in Lindau i. B.
-f- Freiherr Bernhard v. Hornstein, letzter
Laudmarschall von Schwaben-Neuburg,
hatte nach dem Tod des Freiherrn Max
Christoph v. Rodt, Fürstbischof von Kon-
stanz (1' zu MeerSburg 17. Januar 1800),
die vou dessen Familie seit 1436 inne-
gehabte Herrschaft BußmannShauseu-Orsen-
Hansen-Walpertshofen als österreichisches
Lehen erhalten und, da schon seiu Vater
seinen Familienstammsitz Göffingen bei
Riedlingen an den Fürstin von Thurn
und Taxis verkauft hatte, für sich nnd
seine Nachkommen den Namen „von Horn-
stein - Buß.naunShansen" angenommen.
Schon in den eisten Jahren durchforschte
er, wie er überhaupt ein gelehrter Ge-
schichlsfreund war, daö vorgefundene Archiv
und ordnete es teilweise in Faszikel, die
er mit kurzen Notizen und Inhaltsangaben
versah. Besonders scheint es ihm dabei
zn tnn gewesen zn sein um geschichtliche
Notizen über die Pfarrei Odenhausen.

') Der Verfasser, geb. 18t!l zu Weingarten,
zum Priester geweiht 1891, Pfarrer voll B. seit
1898, ein eifriger, talentierter uud weitgereister
Priester, der u. a. Nordamerika, Frankreich, Eng-
land, Italien besucht, welcher schau einige schätzens-
werte Beiträge ins „D.-A." geliefert, uud vou
welchem noch manche weitere Arbeit zu erwarten
gewesen wäre, starb leider am 17. Sept. d. I.,
acht Tage nach semer Rückkehr von der Palästina-
Pilgerfahrt, im schönsten Mauuesalter von erst
43 I., in seiner Pfarrei am Typhus. Diese seiue
letzte literarische Gabe wird wohl seineu Frenudeu
und Bekaunteu sowie auch dem L'nudkapitel Laup-
heim immer eine liebe Erinnerung au deu zn
früh Berstorbeuen seiu uud bleiben K. I. p.

Hier hatte die neue Herrschaft wie schon
das letzte weltliche Glied der voiigen, der
i. I. 1768 ^ Generalleutnant Anton Ege-
bert Freiherr v. Rodt, den Familieusitz
aufgeschlagen, während die uralte Bnrg
zu BußmannShauseu mit dem Tode des
Freiherr« Rudolf Dietrich, Direktors der
schwäbischen NeichSritterschaft des Donau-
viertels, i. I. 17l6 aufhörte, Henschafts-
sitz zu sein.

Ueber die Geschichte der Pfarrei Orfeu-
Hausen hinterließ B. v. Hornstein ein
zusammenhängendes, weuu auch nicht um-
fangreiches Mauusknpt, für welches ihm
der damalige Pfarrer von Orsenhausen
und Kapitelödekan, Friedrich Dosseu-
b erger, seit 1817 Geueralvikariatsrat,
manche Angaben und Notizen lieferte, so
besonders die Nameu der ersten Pfcnrer
aus deu Dekanats- und Pfarrakteu. Wir
lassen das Wesentliche aus dem Mannskripte
folgen mit Hinznfügnng einzelner ans den
Archivalien geschöpften Zusätze.

Die Entstehung der Kirche zu Orsen-
hausen ist unbekannt und geht in das graue
Altertum zurück. Die älteste Nachricht da-
von findet sich in der von ?. Hieron.
Wirth geschriebenen Ochsenhauser Chronik.
Nach dieser soll die Kirche zu Orsenhansen
nebst der von Buch bei Wain (jetzt ganz
abgegangen; über die ehemalige Kirche zu
Oberbuch s. auch ErHardt, Geschichte der
Gemeinde Waiu ?c. in „Württ. Viertel-
jahrsheften" vou 1903, S. 411 f.) schon
in einer Urkunde des Kaisers Konrad III.
vom Jahre 1152 vorkommen, wodurch dem
Kloster St. Blasien frühere Dotationen
von Zellen uud Kirchen, worunter Ochsen-
hauseu als Zelle nnd die Kirchen Buch
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