Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

Page: 72
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Leonhard wurde unterwegs niedergeworfen.
Am 17. Februar 1457 schrieb von Mewe
ans der Großkomtur au de» Hochmeister
über die Niederlegung des Nennenecke r,
ebenso am 20. März 1457 von Königs-
berg aus der Komtur zu Elbing an den
Hochmeister über Neuueueckers Unglück.
Lienhard v. Neuneck war der Bruder
eines Deutschordenskomturs. Gabelkover
sagt: anno 1448 verzeiht sich Melchior
de Neuneck, Hauscommeiithur zu Newen-
berg (IeZc> Nürnberg), tentsch Ordens
gegen Lienharden von Neu neck, seinen
Bruder alles deß Gut?, so im vou Zum-
Hansen de Neuueck, sinein Vetter erb-
lich zugestanden (ist), uff Montag vor
Liechtmeß (28. Januar). Am 11. Oktober
1452 schrieben von Nochlitz aus Melchior
v. Neuueck, Komtur zu Horneck, und
Peter Trappier zu Weißeuburg über die
Verschuldung der Ballei Thüringen, am
24. September 1452 vou Horueck aus
der dortige Komtur Mechler v. Neuuecke
au den Hochmeister nud empfahl ihm seinen
Bruder Leuhart v. Nenn ecke. Der
Dentschmeister schrieb am 24. September
1452 von Horneck ans au deu Hochmeister
über Melchior v. Nennecke, Komtnr zn
Horneck. Am 26. Dezember 1454 schrieb von
Breslau ans Melchior v. Neu necken,
Komtur zu Horueck, an den Hochmeister
über die Unterredung mit Bot von
Nienburg (Euleub u r g) wegeu dessen
Zugs nach Preußen und der Vermittlung
des Guberuators von Böhmen (Georg
v. Podiebrad) in der preußische» Sache,
über Herzog Balthasar v. Saga», An-
sicht der böhmischen Hospartei wegen des
Kriegs in Böhmen, König Laßlow, böhmisch-
sächsische Wirren, vr. Kner, Kraft
Zobel. Am I. Noveinber 1473 schrieb
Melchior v. Neuueck dem Hochmeister
wegen des Bischofs Dietr. von Samland.
Gabelkover nennt einen Johann von
Neuneck, Tütsch Ordens znm 25. Jnli
1458.

Im Februar 1454 siel der Bund vom
Orden ab. Am 25. Mai 1454 schrieb
von Lübeck aus Marquard K u a ke, Rats-
herr in Danzig, iu Betreff der anrückenden
Bundesgenossen des Ordens: jo doch, als
ic vorueme, de Ninfchlen Herren en sult
genen groten Schaden dou/ suudel hodet
in von de Osterriker, Merhern, Beinen,

Bayereu, Swoben, Mysen, Brandenborä'.
De füllend in do, dar men hyr up de Strale
iu gemeue au daglich vel vou seeht.')

Nachdem iu einem Kapitel zu Brol-
selden 3. November 1453 der Deutsch-
meister Jost v. V e u u i u g e n wegen
Krankheit und Gebrechlichkeit seinem Amt
entsagt halte, bestätigte der Hochmeister
6. 6. Marienburg 1V. Februar 1454 deu
zum Deutschmeister gewählten Ulrich v o »
LenterSheim, bisher Landkointur in
Franken. Er erteilte ihm deu Auftrag,
dem ganzen deutsche» Adel die Rettung
des Ordens, „des hohen Spitals des
deutschen Adels", aufs dringendste anö
Herz zu legen. Der neue Deutschmeister
trat übrigens das Amt erst im Jahre 1455
an, da Jost v. Venningen sich bewegen
ließ, es bis dahin zu verwaltend) Daher
kommt es, daß noch am 5. September 1454
von Mergeutheim aus der Deutschmeister
Jost v. Ven »i» ge» an NN. PferS z-
velder, Trnchfeß und andere OideuS-
lente, die aus Preuße» zum Komtur von
Mergeutheim gekomme» waren, wegen ihrcr
Rückkehr nach Preuße» schrieb. Es tat
not, daß diese heimkehrten. Am 22. Feb-
ruar 1454 erklärte zu Krakau der König
vo» Pole» dem Deutschen Orden deu
Krieg.°) (Fortsetzung folgt.)

Aus der Welt der Heiligen.

Vo» Pfarrer Reiter in Boll mar ingeu.

S t. GallnS.

Der hl. Gallus, Schüler des hl. Ko-
lumban und Gründer des Klosters
St. Gallen, wird meistens abgebildet mit
dem Bären, welcher nach der Legende
dem Heiligen willig Holz zum Feuer Her-
beigetrage» hat. Nach einer andere»
Legende hätte St. Gallus dem Bären
eine» Dor» aus dem Fnße gezogen und
znm Danke dafür sei das Tier bei dem
Heiligen geblieben. Wir treffen deswegen
Bilder des hl. Gallus, auf welchen der
Bar entweder ei» Stück Holz oder eiu
Brot trägt.

Knltstätten des hl. Gallus keuueu wir
folgende:

') Voigt, Gesch. Preußens 9, S. 62; Script,
rer, pru8s. IV, 6^0.

2) Voigt, Gesch. Preußens 8^ 373.

Ebenda S. 377.
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