Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

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Ml Testament, das am 10. August 1555
Herzog Albrecht von Preußen bestätigte.
Nach diesem besaß Bertold köllnische
Güter zu Bregden, die nach der Vasallen-
tafel vom Jahre 1681 seit dem Jahre
1467 im Besitz der Familie waren. Am
3. Juni 1553 verschrieb Herzog Albrecht
dem Christoph v. Kreytzen elf Bauern
und fünf Hnfeu zu KolbochS (Kallen-
bach), die Bertold v. Masselibach be-
sitze.')

Am 31. Oitober 1556 verlieh zu
Königsberg Herzog Albrecht dein wnrttem-
bergischen Rat und Hofmarschall Wilhelm
v. Masbach und dessen Vettern Georg
und Wilhelm v. MaSbach die drei Höfe
Cordommen, Kallnbach und Windleim im
Gebiete Balga (heute Kreis Heiligenbeil).^)
Einen Tag vorher, am 3V. Oktober 1556,
hatte der Herzog den Gebrüdern Georg,
Wilhelm, Hans lind Heinrich v. Massen -
bach und ihrcu Erbeu die drei Höfe
Cordommen (acht Huben), Kallnbach (fünf
Huben) und Wendikeim (fünf H icke»), wie
solche ihr Vater Bertold v. Massen bach
besessen halte, zu Lehenrecht und, wie
Lehenrechts Art und Gewohnheit ist, zu-
geschrieben samt der Fischerei in der
Wolitte zu Tisches Notdurst, doch „daß
sie sich allerwegen in der Wolitte des
Ortes, dir zur Nolhcmrft unseres Hauses
Balga abgeftcckt ist, gaenzlich enthalten".
Noch früher, am 4. Juli 1556, veifchrieb
der Herzog Albrecht den Söhnen des im
Jahre 1555 oder 1556 gestorbenen Ber-
told v. Masseubach die väterlichen
und großväteilichen Güter, nämlich die
drei Höfe Cordommen (acht Huben),
Kallubach (sechs Huben) nnd Windikein
(fünf Hacken), nebst der kleinen Fischerei
in der Wolitte. Hiebe! wird von den
Brüdern ein Hof Staweyen erwähnt.
Die Fa»>ilie v. Massenbach blüht noch
in Ostpreußen fort. Ihr reicher Güter-
besitz dort findet sich bei Freih.v. Ledebonr,
Adelolexikon der preußischen Monarchie
II, L?. 84, III, S. 308 verzeichnet.

In lranriger Velfassung hinterließ 1470
der Hochmeister Heinrich N eu ß v. Plauen
das Ordensland. Noch immer lasteten

') Kgl, prenß. Staatsarchiv i» Königsberg,
Kreytzsche Familiensachen,

2) Ebendas, Schublade XXVI, 200,

ungeheure Schnldsvrderuugeu auf dem
Lande.

Da lat ein Hochmeister not, der in ter
schweren Zeit sparen gelernt hatte. Ein
solcher war Heinrich N ö s s l e v. Ni ch t e n -
berg. Er hatte die bittere Not des
Landes aus eigener Erfahrung keimen
gelernt.

Als Fischmeister zu Pntzig hatte er am
13. Februar 1465 von Stargald aus iu
einem Schreiben an den Hochmeister über
seine» großen Mangel an dem nötigen
Unterhalt geklagt und gebeten, ihn lieber
>u ein deutsches HanS gehen zu lasse».
Der Hochmeister halte seine» Wunsch nicht
erfülle» könne». Heinrich hatte a»f seinem
schweren Posten ausharre» müssen.')

Ein Schwabe, der Großkomtnr Heinrich
Nöfle v. Nichten berg, wurde also
nach deS Hochmeisters Heinrich Reuß von
Planen Tod znm Sratthalter ernannt
nnd am 29. September 1470 einstimmig
znm Hochmeister erwählt. Bon 1447 bis
znm Jahre 1449 war er unterster, von
1450 bis 1452 oberster Knmpan des Hoch-
meisters gewest'ii.2) Am 18/19. Februar
1448 beschwor zu Nasteubnrg deu ewige»
Friede» Heinrich Ne» fslin v. Nichten-
berg, des Herren Homeisters Cnmpan.-')
Am 6. Januar 1451 sandte der Hoch-
meister dnrch seinen obersten Kumpan
Heinrich Nensfley v. Nichtenberg
nnd Stephan, seinen Schreiber, die Ant-
wort an Land und Städte des Kulmer
Landes/)

Viele Jahre lang war Heinrich Fisch-
meister zn Pntzig. Als solcher erscheint
er am 12. Januar 1461 zu Lauenbnig,
am 4. September 1461 zn Putzig, am
9. Mai 1463 zu Stargard. Jobanu
LiuduS Geschichte des 13jährige»Kriegs
meldet: I. Jan. 1464 sie, SchlyZ »nd
Etat Mewe, uffzoben den Hern Woiwodeu
Her Joe» Kosseleczki, Hanptman zcu
Marienburgk und den andern Hern difer
Lande und Stetten bey solchen Bescheide, das
sich die Hauptlente, als — Heinrich von
Richte» berg, etwau Fischmeister zcu
Pauezke (Putzig) — mit sampt alle»

Voigt, Gesch. Preußens 9, S. 28—34.

Voigt, Nainenskodex S. 113, 110,
2) Toeppen, Standenkten III, 43.

Ebenda S. 332,
b) Script, rer. pruss, IV, K03.
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