Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 23.1905

Page: 127
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20. Februar 1517 schrieb von Tilsit aus
Eberhard v. Fveibcvg, Pflegerdaselbst,
dem Hochmeister über Reden und Stim-
mung der Polen. Melchior v. Peschen
(Peitschen), HanSkomtnr zu Nagnil,
schrieb am 23. April 1517 von dort and
an Eberhard v. Freyberg, Pfleger zu
Tilsit, über die Grenzberiä tignng mit den
Samaiten. Pfleger Eberhard v. Frey-
berg berichtete am 24. Mai 1517 von
Tilsit ans dim Sekretär Christoph Ga tten -
Hofer über seinen Briefwechsel mit dem
Hanptmann von Samaiten, übersandte am
5. September 1517 von Tilsit aus dem
Hochmeister die von seinem Fischmeister
von Wilna mitgebrachlcn Zeitungen, be-
gleitete Mitte November 1517 den Hoch-
meister ans seiner Reise nach Berlin,*)
schrieb im Jahre 1519 dem Hochmeister
über die Besorgung eines Wallachen. Am
10. Februar 1520 schrieb Eberhard von
Freyberg, zur Zeit in Bartenstein, an
Sekretär Christoph Gattcnhofer über
Kundschaften, die tapfere Haltung von
Wormditt. In Barlenstein wäre alles
ruhig. Am 12. Februar 1520 schrieben
von Bartcnstein aus Heinrich Neuß von
Planen und Eberhard v. Freib erg,
Verwalter von Bartenstein, an einen Un-
bekannten und forderten ihn auf, in des
Hochmeisters Auftrag am künftigen TienStag
gerüstet in Nastenbnrg zu erscheinen.
Eberhard v. Freyberg, Mitverwalter
von Barten stein, schrieb am 13. Februar
1520 von da ans dem Sekretär Christoph
Gattenhofer und teilte ihm ein Ge-
spräch des HanptmannS von Strasburg
mit dem Burggrafen von Liebstadt über
den Krieg mit, welches sein Bote erlauscht
hatte, berichtete am 15. Februar 1520
demselben über das Aufgebot nach Nasten-
bnrg und über einen Mann, der wider
Verbot Handelsverkehr ins feindliche Ge-
biet gUrieben hatte. Am 21. Februar
1520 schrieb Eberhard v. Freyberg,
Gubernator zu Barlenstein, von dort an
Christoph v. Gattenhofer über die
Verpflegung der vom Hochmeister geschickten
70 Pferde, die gute Haltung der Bürger-
schaft, Briefbefördernng n. s. w., am
24. Februar 1520 an denselben über
Kundschaften über die Bewegungen des
>) Voigt, Geschichte Preußens 9, 520.

Feindes und Gerüchte, unter anderem von
einem Sturm auf Holland, am 28. Feb-
ruar an denselben über das Benehmen der
Livländer und Geldbedarf. (Schluß f.)

Net:. Galerie Wacher in Lefis bei.
FeIdkir ch.
Von dieser iin „D.-A." XXI., 1903, Nr. 8,
S. 98 erwähnten, im 18. Jahrhundert entstandenen
und gegen dessen Ansgang wieder anfgelöstcn
(ja nicht mit der früheren B u c e l i n i s ch e n,
im Johanniterhaus zu Feldkirch aufbewahrten
und schon i. I. 1695 nach Kloster Weingarten
verbrachten Gemäldesammlung zu verwechselnden)
Sammlung ist uns — antwortlich meiner An-
frage ans Vorarlberg — ei» Verzeichnis oder
Katalog nicht bekannt. Außer den schon von uns
genannten Werken von Holbein, Schönfeld be-
fanden sich in derselben n. n. auch Oelgemälde
und Pnstellbilder von der Angelika Kaufmann,
ebenso altdeutsche Bilder. Dann schloß sich der
Gemäldesammlung ein meist mit englischen Blättern
von der genannten Künstlerin ausgestattetes, dann
mit Arbeiten der sogenannten Kleinmeister ver-
sehenes Kn p ferst ich kabinett an. Was ans
der wieder aufgelösten Sammlung geworden,
wohin die Bilder gekommen, ist uns nicht be-
kannt und wäre überhaupt eine Beschreibung
dieser Galerie mehr Sache der Vorarlberger
Kuustforscher. Ich vermute bloß, daß die in den
S a m m l n n g c n des Vorarlberger Mnsenms-
vereins befindlichen englischen Blätter sowie die
von A. Kaufmann aus der Sammlung Woche r
in Feldkirch stammen. Aus v,. Jos. B i t s ch »aus,
„Darstellung der merkwürdigeren Begebenheiten
der Kriegsjahre 1796, 1800, 1805 in Vorarlberg"
(Bregenz bei Jos. Brentano, 1807/08, 2. Abteilung,
S. 287) erfährt man, daß der französische General
Martins-Thomas, so gut als nur irgend ein
anderer französischer General die besondere Gabe
besessen, sich ans allen Seiten Zuflüsse zu ver-
schaffe» und sich zu bereichern und dies besonders
in der Stadt Feldkirch in Vorarlberg in den
letzte» Monaten des Jahres 1800 praktiziert habe,
nachdem dieselbe schon vorher durch des Thomas
würdige Kollegen, namentlich durch de» fran-
zösischen General Rey, gehörig in Anspruch ge-
nommen worden war. Alles mögliche war diesem
Monsieur Thomas anständig; für seine Generals-
tafsl verlangte und erhielt er ans Feldkirch
täglich 4 Louisdors; den gleichen Betrag requi-
rierte er aber in Bregenz, Lindau, Jsni),
Wangen i. A. n. s. w., indem er bald in dem
einen, bald in dem andern dieser Städtchen war
und jedes derselben als sein Hauptquartier an-
gab! Dabei spürte er auch Kunstwerken, Kost-
barkeiten, Malereien n. s. w. nach; aus der
Maximilian v. W och er scheu Hinterlassenschaft
in Feldkirch (also unzweifelhaft der obgenanntcn
Wocherschen Gemäldesammlung) requirierte er
7 Stück der schönsten Gemälde (leider ist nicht
gesagt, welche?), die für Kenner einen großen
Wert hatten; ans dem gräflich W a ldb nrgschcn
Palaste zu Hohenems nahm er ebenfalls kost-
bare Gemälde und Kunstwerke; und wo er sonst
noch ein solches Stück von Bedeutung wußte,
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