Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

Seite: 49
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5I§. L-ur Geschichte deö ehemaligeu
MZiuoriteugnmuasiums zu Hchwö-
üisch-Gnkünd.
In fast allen bedenkenden Kouvenlen
der oberdeutschen Minoritenprovin? ent-
standen allmählich mittlere oder höhere
Schulen, an welchen die Humaniora
bezw. die philosophisch-theologischen Dis-
ziplinen gelehrt wurden. Auch mit dem
Franziskanerkonvent zu Schwäbisch-
Gmünd wurde im 18. Jahrhundert ein
Gymnasium verbunden, an dem Gram-
matik, Syntax, Rhetorik und zeitweise
auch Philosophie gelehrt wurden. ?. Kon-
rad Eubel berichtet hierüber in seiner
„Geschichte des Frauziskaner-Minoriten-
Klosters Schwäbisch-Gmünd" nur wenig?)
Er erwähnt dort, daß um die Mitte des
17. Jahrhunderts die Minoriten zu Gmund
anfingen, sich mit dem Unterrichte der
Jugend zu beschäftigen, wie aus einem
Schriftstück vom Jahr 1652 hervorgehe;
doch falle die eigentliche Gründung einer
solchen Lehranstalt wohl erst in das Jahr
1736?) Ans einem in Am». 32 mit-
geteilten Auszug ans der Klosterchronik
geht auch hervor, daß anno 1736 die
Wiederaufnahme des »skuckium iuterio-
risticum« und anno 1749 die eigentliche
Fnndation der rscllolae inferiores« er-
folgte?) Hiemit stimmen die Angaben im
Protokoll des Gmünder Minoriten-
U „Württembergischs Vierteljahrshefte" 13
(1890), S. 123-137.
2) Vergl. hiezu Kaißer, „Geschichte des
Volksschulwesens in Württemberg" I> (1897),
S. 340.
2) „Württembergische Viertcljahrshcfte". A. a.O.
S. 134.

konveuts überein; zugleich enthält dasselbe
mehrere einzelne Nachrichten über die
Entwicklung dieser Lehranstalt und bas
Leben an derselben, welche im folgenden
mitgeteilt werden?)
Der Gedanke zur Gründung einer Unter-
richts an st alt im Franziskanerkloster zu
Gmünd war schon vor dem Jahr 1736
vorhanden und führte anno 1729 zunächst
zu einem Versuch, der offenbar mehr von
seiten der Gmünder Bürgerschaft ans-
ging. Das Unternehmen war anfangs
privater Natur, erfreute sich zwar der
Genehmigung des ?. Provinzials, schien
aber schon beim Entstehen wenig Aussicht
auf lange Dauer zu haben. Der Unter-
richt erstreckte sich danials über Syntax
und selbst Philosophie?) Das Pro-
tokoll enthält zum Jahr 1729 folgenden
Eintrag:
»ztio (lZlovembris) U. ?. UUearius
in clorno veteri in Eamera cguonclam
U. Urvaiis. incoepit ctocere lZ)-ntaxin
iVlaiorem ot Station numeravit 7 6is-
U Es ist der Schlußband des Protokolls,
welcher die Aufschrift hat: -Io blomins I) o -
cipio Lun! 1728- und bis zum Jahr 1803
reicht, ein Foliant mit 260 beschriebenen Seiten.
Diese für die Geschichte des Gmünder Konveuts
wichtige Quelle hat sich — offenbar durch den
Nektoratsverweser des dortigen katholischen Schul-
lehrerseminars und späteren Stadtpfarrer und
Dekan zu Riedlingen, E. G. Jo hier, ch 1836,
— in die Landkapitelsbibliothek zuNiedlinge u
verirrt.
p Dis Anfangsgründe wurden in der schon
vorhandenen städtischen Lateinschule gelehrt, auch
später noch. Siehe Kaißer, „Geschichte des
Volksschulwesens in Württemberg" 11 (1897),
S. 340.
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