Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

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von Fuße»), 16 Jahre alt, brachte mit
600 fl. samt schöner Ausfertigung, Erb-
tochter, Schwester Rosa, überlebte die
Aufhebung des Klosters, mar 72 Jahre
iw Orden und starb am 15. November
1786 im Alter von 88 Jahren als
JustitntSmitglied zu Uulingeu.
1714, 24. September Maria
Fischerin von Dietelhofen, 16
Jahre alt, brachte außer Gütern, die um
1000 sl. verkauft wurden, Hausrat von
200 sl. Wert ins Kloster, Schwester
Elisabetha, war sehr fromm, demütig
und eifrig, noch in den letzten Stunden
ihres Lebens machte sie die heiligen Exer-
zitien mit und starb, ohne vorher krank
gewesen zu sein, nach Empfang der hei-
ligen Kommunion am 14. Juni (Drei-
faltigkeitsfest) 1767 als Jubilarin im
69. Jahre ihres Lebens und 53. ihres
Ordens; begraben ans dem Kirchhof.
1721, 10. Februar, Maria Schmi-
dt», geb. 25. April 1699 zu Weißen-
born, 22 Jahre alt, Profeß 11. Februar
1722, Agnes, brachte 1000 fl. und
Hausrat mit, Erbtochter; 1' 29. Juli 1762
im Alter von 63 Jahren, 41 Jahre im
Orden.
1722, 26. Juli, Barbara Geil-
lerin (Gailerin) von G o rets h an s en,
25 Jahre alt, Heimstener 1500 fl., Profeß
27. Juli 1723 Marina (alias Karv-
lina), war eine andächtige und viel betende,
auch zu des Klosters Nutzen arbeitsame
Schwester; 31. Mai 1774, begraben
auf dem Kirchhof.
1722, 26. Juli, Maria Blankin
von Webern, 17 Jahre alt, Profeß
27. Juli 1723 Coleta, brachte 1100 fl.
mit und erbte noch 300 fl., nachmalige
Mutter.
1733, 31. August, Theresia Reh-
m in, Tochter des Oderamtmanns von
Warthansen, geb. 2. Oktober 1713,
Profeß 1. September 1734 Antonia,
erhielt von ihrem Vater 1400 sl. und
eine schöne Ausfertigung nebst 30 sl. und
Wein zum „HochzeitSmahl" ; sie starb am
kalten Brand 4. August 1752 im 39. Le-
bensjahr und im 19. ihres Ordens, wurde
am 5. August in der Gruft beigesetzt,
mußte aber wegen des großen und un-
leidlichen GeruckS, der sich in der Kapelle,
ja selbst im Kloster verbreitete, so daß

mau darin nicht mehr wohnen und beten
konnte, am 27. August wieder entfernt
und auf dem Kirchhof begraben werden
(nack'ts 9>/s Uhr).
1738, 18. August, Maria Ney-
mayerin von S ck, w ai n b a ch, 21 Jahre
alt, brachte 1000 sl. und Ausfertigung
mit, Profeß 19. August 1739 Jo ha n n a,
war eine der schwesterlichen Liebesdienste
beflissene Klosterfrau; ch 4. September
1777, in der Gruft begraben.
1738, 18. August, Maria Enphro-
sina Weißin von Friedberg, 18 Jahre
alt, Profeß 19. August 1739 Cacilia,
Heimsteuer 1000 fl. und Ausfertigung;
j- 1. März 1797 als JnstitntSmitglied
zu Unlingen, 77 Jahre alt, 58 Jahre
im Orden.
Somit waren von 1697 bis 1738
19 Jungfrauen im Alter von 16—25
Jahren, alle von auswärts, ins Unlinger
Kloster eingetreten. Das Noviziat dauerte
in der Regel ein Jahr. Einkleidung und
Profeßablegung geschah in feierlicher Weise
im Beisein des ?. Provinzials.
(Fortsetzung bezw. Schluß folgen später.)
Mr.Sclroen.EmWeirrkup zur Brrtlillld
Fchwurz-Fruge.
lieber den angeblichen Erfinder des
Schießpulvers, Berthold Schwarz,
fehlen sichere Nachrichten. Er soll Fran-
ziskanermöuch in Freiburg im BreiSgau
gewesen sein, eigentlich Konstantin Ant-
litzen geheißen und sich mit chemischen
Arbeiten beschäftigt haben. Er erfuhr
1259 oder 1320 oder um 1330 oder
1354 die explosive Wirkung einer Mischung
von Salpeter, Schwefel, Quecksilber oder
von Salpeter, Schwefel, Blei und Oel
und erfand so nach den einen in Freiburg,
nach den andern in Köln, Mainz und
Goslar das Schießpulver. In Freiburg
im Breisgan wurde ihm deshalb an der
Stelle des früheren Franziskanerklosters
ein von Knittel modelliertes Denkmal er-
richtet.
Es wird also, wie man sieht, die Er-
findung des Schießpulvers einem schwä-
bischen Mönch, der deshalb der Schwarz-
knnstelei angeklagt und ins Gefängnis
gesetzt worden ist, zugeschrieben. Da muß
es nun auffallen, daß in der schwäbischen
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