Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

Page: 81
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24.
ahW-

n. Lclroen. Uufl Mkmzler W. VieimerF
jüngerer (schwäbischer) Leit.
Während in dir älteren Literatur i) als
Geburtsort des am 17. Juli 1651 im
Schloßhof zu Nattenberg Hingerichtete»
Tiroler Kanzlers Wilhelm Bieuner
Amberg in der Oberpfalz und Geburts-
jahr 1585 angegeben wurde, hatHirn^)
nachgewiesen, daß derselbe zu Ende der
80er Jahre des 16. Jahrhunderts inLaup -
heim in Oberschwaben geboren worden ist.
Seine Vorfahren stammten ans der Reichs-
stadt Weissenbnrg am Sand. Leonhard
Bienner, Bürgermeister derselben, er-
hielt 1550 von Kaiser Karl V. einen
Wappenbrief (Statthalterei - Archiv in
Innsbruck, Prozeßakten Leopold B. 50),
welcher sich im Nachlaß des Kanzlers vor-
fand. Der Bürgermeister war vermntlick
ein Metzger, wie der 1586—91 in
Weissenbnrg nach Mitteilung des dortigen
Pfarrers Schiller genannte HanS
0 'Iftieatrum suvopüum VIII, 637—643 ;
Zoller, Geschichte von Innsbruck, Band I, S. 861;
Sinnacher, Beiträge zur Geschichte von Brixen,
Band VIII, 372, 3; allgemeine deutsche Bio-
graphie, 2, 623 (Hermann Schmid); Egger, Ge-
schichte Tirols, Band 2; Kreutter, Geschichte der
österreichischen Vorlande, 2; Brandts, Geschichte
der Laudeshauptlente von Tirol.
") Hirn, der Kanzler Bienner und sein Prozeß
(Quellen znr Geschichte, Literatur und Sprache
Oesterreichs, 6), Wagner, Innsbruck, 1808;
Schönherr, I>r. Wilhelm Bienners Gattin und
Kinder. „Tiroler Bote", 1873, Nr. 77ff.; »um
vergleiche auch : Die Beziehungen der drei Bünde
zu Tirol während der Negierung der Erzherzogin
Claudia, 1632—1652, von l)r. M. Valor im
Jahresbericht der historischen antiquarischen Ge-
sellschaft von Graubnnden, Chur, 1902, Sprecher
und Valor, S. 1—116.

Piner, Vater von fünf Kindern. Daraus
erklärt sich das Wappen, mit welchem der
Kanzler siegelte: geteilter Schild, in der
oberen Hälfte ein wachsender, nach rechts
gewandter Ochse, in der unteren drei in
Dreieckform verteilte Bienen (Statt-
halterei-Archiv in Innsbruck; Museum
Ferdinandeum daselbst; Akten im Schloß
Lichtenwert). Dieser Bürgermeister Leon-
hard Bienner hatte vermutlich zwei
Söhne:
1. Leonhard Bienner in Weissen-
burg, dem seine Gemahlin Margarete
Grätschin laut einem Gebnrtsbrief (Statt-
halterei-Archiv in Innsbruck, Bienner-
sches Schrifteninventar) 1595 einen Sohn
gebar.
2. Christoph Bienner, Verwalter
des Dentschordenshanses in Donauwörth
1607, Vogt , des Deutschordens in
Zipplingen (nicht Zillplingen, wie Hirn
hat), Oberamt Ellwangen 1613; er
verwandte sich damals für einen Sohn
bei dem Deutschmeister Erzherzog Maxi-
milian. Er erscheint in des Kanzlers
Papieren 1601 als Gläubiger des Michael
Lindner in Lauchen (Lauchheim, Ober-
amt Ellwangen), 1606 als der des
Melchior Saugen fing er, Bürgers in
Nördlingen und 1611 als der des Wirts
Michael Khreß in Lauchen. In einem
Verhörszettel von 1639 (Siatth.-Archiv)
heißt es : ich kenne den Wilhelm Bienner
seil einigen Jahren und so auch seinen
Vater, als derselbe zu DinkclSbühl des
Deulschordens — (Satz abgebrochen).
Auch bewahrte der Kanzler einen Stifl-
brief unserer lieben Frau zu Neresheim,
wonach mit 200 fl. ein Jahrtag (? des
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