Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

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Dichterfürsten i. A. der öst. Gesch. f.
Münz- nnd Medaillenknnde rc. mit Ab-
bildungen (Beil, zu Bd. I der Zeitschrift
Münz- nndMedaillenknnde), Wien 1905.
Ansehnlicher Beitrag zur Schillerjubilänms-
literatur, welcher nicht weniger als 63 Schiller-
inedaillcn verzeichnet.
Herzog Karl Engen o. Württem-
berg rc., 3.-7. Heft, Stuttgart,
1904/05.
Seit unseren Besprechungen dieses Werkes
im „D.-A." XXI. 1903 Nr. 7 S. 109/110 und
XXII. (1904) S. 160 ist wieder eine Reihe
weiterer Lieferungen erschienen, nämlich 3. Heft
nebst 16 Textabbildungen (6 Tafeln und 1 Doppel-
tafel) mit dem 3. Abschnitt: Regierung von vr.
Schneider, Landeshoheit von lir. Wintterlin,
5. Abschnitt: Herzog Karl nnd die Landschaft,
von Or. Adam, welcher manche neue Aufschlüsse
bietet Weiter das 5. Heft (mit 16 Textabbil-
dungen und 1 Beilage): Wirtschaftliches Leben von
im. Schott, Religiöses Leben von IM. Hart-
man»; Presse und geistiges Leben von im. Steiff
und im. Weller. Das 6. Heft (mit 12 Text-
abbildungen) mit dem 6. Abschnitt: die schöne
Literatur von im. Krauß. Das 7. Heft (nebst
14 Abbildungen und Text, 1 Silhouetten-
nnd 1 Musik-Beilage rc.) mit dem 7. Abschnitt:
das Theater, von im. Krauß und die dramatische
Musik von im. Abert. Der Beitrag über das
Theater gibt manche schätzenswerte Ergänzungen
und Berichtigungen zu dem ganz ungenügende»
Werke von Sittard. Inzwischen ist der Verlag
(Paul Neff) i. I. 1905 von K. Buchte an Max
Schreiber in Eßlingen übergcgangen. Die
neuen Lieserungen sind nach ihrem Aeußeren und
Inneren den vorausgegangenen ebenbürtig.
Aloiiicre FNiricilmigni.
Z n r s e ch st e n S ä k u l a r f e i e r d e s K l o st e r s
Zwiefalten 1689.
(Eine „denkwürdige Grab- nnd Jahrsschrifft".)
Im Jahr 1689 beging die Benediktinerabtei
Zwiefalten (gegründet 1089) mit großer Feier-
lichkeit die sechste Säknlarfeier. Die Festlichkeiten
begannen am Sonntag nach Mariä Geburt
(11. Sept.) und dauerten die ganze Oktav hin-
durch, täglich mit Predigt und feierlichem Gottes-
dienst. In origineller Weise werden in den
Predigten Gründung, Schicksale, berühmte Män-
ner des Klosters, Beschäftigung der Mönche
u. s. w behandelt. Die Predigten erschienen
im Druck und sind interessant hinsichtlich ihrer
Originalität wie ihres Inhalts. Einer dieser
Predigten ist eine merkwürdige, geistreiche In-
schrift beigcsetzt, die wir in, Zusammenhang mit
einem Teil der Predigt hier mitteilen.
Am fünften Tag der Säkularfeier „gcfiehle
— wie es im Vvrbericht zu dieser Predigt heißt
— den hochgräflich Frepherrlich- und Hoch-Ade-
lichen Benachbarten in großer Anzahl ihre An-
dacht zu Zwyfalten »»der großem Getreng abzn-
legen; wohin auch die Pfarrei) Tigerfeld,
Pfronstätten, Aich stätten, Huldstntten
und Geisingen einen Creüzgang angesehen.

Der Prediger wäre der Wol-Erw. Geistl. und
Hochgelehrte Herr ?. Hermanuus Setteli n,
der H. Schrift Doctor' und Profeß in dem weit-
berühmten des H. Rom. Reichs Gottshanß Ochsen-
Hausen, so folgenden Text schön und tiefsinnig
ausgelegt: -Derribilw esl I,ocus I8te I »ou E8t
Ine aliack uisi Lomus Oei et kdrta Loeti.«
Gen. 28, 17."
Der Prediger nennt im zweiten Teil die
Klosterkirche einen irdischen Himmel und ver-
gleicht die Diener Gottes mit Engeln, indem er
ihnen folgendes Lob spendet: „In diesem all-
hiesigen irdischen Himmel befinden sich nicht
allein unsichtbare, sondern wir sehen auch sicht-
bare leibliche Engel, so da sepend aller Lieb —
Lob — nnd Ehren-würdigste Geistliche all-
hier.... Diese nun allhier sich Einfindende
(Geistliche Priester und Diener Gottes) umgeben,
Verwachen das ihnen anvertraute Gotteshaus,
darinnen sie Tag und Nacht der Engel Amt
verrichten, Gott stättes Lob singen, Dank sprechen,
ewig benedeyen, frühe und spath steigen sie auf
und ab an der Davidischen Psalmen-Leiter, durch
die Staffel deß heiligen Gebotts hoch- und
tieffsinnigen Betrachtungen nbernatürlicherDingcu:
Lunts8 et revsnente8, stiegen aus, fliegen ein
mit ihren himmlischen Begierden wie dis Houig-
Wachsreiche Jmmlein, kommen niemalen zurück
in ihre Gelten mit lühren Händen, sondern all-
zeit überflüssig für sich, für andere beladen mit
allerhand süssesten Früchte» ihrer guten Werken
nnd Verdiensten, sich und andere damit zu er-
quicken und zu ersättigen. Ja auch sich und die
ihrige zu beschützen mangelt es unseren Jmmlein
nicht a» wehrhafften Stachel gegen deren Feinden,
denen wahrhafftig: Decridilis e8t Iocu8 I8te.
Allen dieser Ort und sie erschröcklich seyend.
Erschröcklich, sage ich, der Höllen, aus dessen
unersättlichem Schlund sie unzahlbar viel Seelen
entrissen; erschröcklich den höllischen Geistern,
welche sie so männlich obsiegen und überwinden;
erschröcklich dem Fleisch, das sie beständig under-
drucken und dem Geist underwersfen; erschröcklich
der Welt, ihrem Pracht, den sie mit Füssen stark-
müthig betreten, erschröcklich allen abgesagten
Gottes Feinden, welche ihrer an jenem großen
! Gerichtstag sollen ansichtig werden, aber anderst
! nit dann voller Angst, Forcht und schrecken:
Vicks»lS8 turkadantur iimore dorrldili et mlrre-
bantur 8ap. 5. Denen ich diese denkwürdige
Grab- und Jahrsschrift beysetze:
Lcce! Derridllis «8t I-cxuw >8le Ilenecliclivan.

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