Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

Seite: 97
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Mono Nachrichten über Johann
Melchior Dinglinger und seine
Werbe.
Von I. L. Sponsel in Dresden.
In meiner Slndie über „Johann
Melchior Dinglinger und seine Werke",
die im September l904 zu der in seiner
Vaterstadt Biberach an der Riß abge-
haltenen Gedenkfeier als Festschrift er-
schien, habe ich hervorgehoben, daß von
dem berühmten Dresdner Hofgoldschmied
Augusts des Starken bisher nur seine im
Grünen Gewölbe zu Dresden ausgestellte»
Werke und zwei Arbeiten im herzoglichen
Museum zu Gotha bekannt sind und daß
es mir leider nicht gelungen ist, andere
Werke seiner Hand nachzuweisen. Von
den meisten der im Grünen Gewölbe ihm
zugeschriebenen Werke aber ist es mir
gelungen, den urkundlichen Nachweis ihreö
Ursprungs zu bringen und damit zugleich
auch den Zeitpunkt ihrer Entstehung fest-
znstellen, und so habe ich ans dieser
Grundlage der unzweifelhaft von Dinz-
linger herrührenden Werke eine stilistische
Analyse seiner Arbeiten geliefert und habe
gezeigt, wie sich im Laufe der Jahre darin
Wandlungen vollziehen. So ist, wie auch
Max Nosenberg in seiner Besprechung
meiner Arbeit in den Monatsheften der
kunstwissenschaftlicken Literatur, Heft 2
(Berlin 1904), hervorhebt, damit ein
sicheres Fundament gewonnen, auf dem
die Fachgenossen ruhig weiterbauen können,
wodurch sie meines Erachtens etwa noch
aufzufindende Werke sogar zeitlich einzn-
ordnen in die Lage kommen. Allerdings
wäre zu wünschen — und daraus weist
Kisa in der Charakteristik meiner Studie

in der „Frankfurter Zeitung" vom
8. Oktober 1905 mit Recht hin —, daß
die Werke Dinglingers in einer Publika-
tion großen Stils durch gute Nach-
bildungen veröffentlicht würden, damit
n. a. auch den Fachgenossen zum Nach-
weis seiner noch unbekannten Werke ein
besseres und vollkommeneres Vergleichs-
material an die Hand gegeben würde,
als es in den vereinzelten Photographien
nach seinen Arbeiten und in den be-
scheidenen Autotypien meiner Schrift zu
finden ist. Daß in Bezug ans die Ab-
bildungen meine Schrift zu wünschen
übrig läßt, ist mir selbst natürlich be-
kannt genug; es ist aber mitunter
schwierig, einen unternehmenden Verleger
für solche Werke zu finden; wurde doch
das Erscheinen der Festschrift nur dadurch
möglich, daß ich selbst dazu die Arbeit und der
Vorsitzende des Vereins der Juweliere,
Golo- und Silberschmiede Württembergs,
Hosjnwelier Emil Foehr in Stuttgart,
die Druckkosten beisteuerte, wir also beide
dazu nicht unerhebliche Opfer brachten.
Eine „monumentale" Dinglinger-Pub-
likaiion, wie sie Kisa wünscht, wäre also
zum eingehenderen Verständnis des Cha-
rakters seiner Werke und als Mittel zum
Anfsinden ihm zugehöriger noch unbe-
kannter Arbeiten von wesentlicher Be-
deutung. Mit einer solchen würde zu-
gleich die Aufmerksamkeit wieder mehr den
deutschen Gvldschmiedearbeiten des
18. Jahrhunderts zugewendet, die auf
dem Gebiete der Tabatiere ihre höchsten
Leistungen anfznweisen haben, auf dem ge-
rade auch Dinglinger auf neuen Wegen voran-
gegangcn ist. Vieles von dem, was heute
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