Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 17.1872

Page: 291
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ß 17t“ Jahrgang. 'I

M 37.

Herausgegeben und redigirt von

vr. Max Schauer.

Preis des Journals pro Quartal l1/, Thlr. — Kreuzband-Abonnements werden nur bei Pränumeration auf den ganzen Jahrgang angenommen.

(Redaction und Expedition der Dioskuren: Berlin, Landgrafenstr. 7.)

Inhalt.

Abhandlung: Zur praktischen Aesthetik. (Schluß.) Architektur: Der Umbau der Schloßfreiheit.

Korrespondenzeu: F. K. München, 5. Oktober. (Lokal-Ausstellung re.) — Kunstkritik: Die akademische Kunstausstellung in Berlin. (Forts.)

() Brüssel, Ende September. (Kunst-Ausstellung. Forts.) Kunst-Institute und -Vereine: Die Ausstellung der Konkurrenz-Entwürfe für

Kunst-Chronik: Lokal-Nachrichten aus Berlin, Weimar, München, Kassel, das National-Denkmal auf dem Niederwald.

Neapel, Turin, Paris. Illustrationen: Umbau der Schloßfreiheit.

Die noch. restirenden -AJbonnements-Beträge

des laufenden Jahrgangs der „Deutschen Kunstzeitung“ — sowohl von hiesigen wie von auswärtigen Abonnenten —-
ersucht die Unterzeichnete Expedition bis zum 20. d. Mts. an sie einsenden zu wollen, und wird dieselbe in allen
Fällen, wo dies nicht geschieht, annehmen, dass die Einziehung der Beträge per Postvorschuss gewünscht wird.

Berlin, den 10. Oktober 1872. Die Expedition der Deutschen Kunstzeitung.

(Landgrafenstrasse 7.)

Zur praktischen UestHetik.

(Schluß.)

»«EW^.nserm Versprechen gemäß folgt
Hier der Beweis für unsre
am Schluß der vorigen Be-
trachtung ausgesprochene An-
sicht von der Wichtigkeit einer
ästhetischen Ausbildung der
Beamten, denen die Sorge für die öffentliche
Ordnung anvertraut ist.

Es ist schon oben erwähnt, daß, je höher
die Bildung steigt, desto mehr das sittliche Interesse mit dem
ästhetischen und intellektuellen zusammenfällt: ein ästhetisch ge-
bildeter Mensch wird durch eine schlechte Handlung oder durch
eine Dummheit ebenso sehr in seinem Geschmack wie in seinem
sittlichen oder intellektuellen Gefühl beleidigt. Der Geschmack

steht aber mit der Außenwelt durch die Sinne, und zwar be-
sonders durch die beiden obersten, Gefühl und Gehör, in Be-
ziehung. Bei den feiner organisirten Naturen, in denen also die
Natur bereits eine relativ hohe Stufe erreicht hat, erzeugt sich
daher eine Empfindlichkeit gegen unharmonische Eindrücke jeder
Art, die auch aus ihren moralischen und intellektuellen Zustand
eine schmerzhafte Rückwirkung ausüben. Nun fragen wir, ob
diese Empfindlichkeit hinlänglichen Schutz genießt? In gegen-
wärtigem Augenblick z. B., da Schreiber dieses so wichtige
Beiträge zur Kulturgeschichte der Gegenwart liefert, indem er
die Nothwendigkeit einer ästhetisch gebildeten Polizei als eines
der wesentlichsten Factoren der menschlichen Knlturentwicklnng
zu schildern und dem Verständniß näher zu bringen versucht,
werden ihm die fruchtbarsten Gedanken durch einen niederträchtig
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