Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 17.1872

Page: 235
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Herausgegeben und redigirt von

vr. Max tzchusler.

krei8 des Journals pro Quartal V/2 Thlr. — Kreuzband-Abonnements werden nur bei Pränumeration auf den ganzen Jahrgang angenommen.

(Redaction und Expedition der Dioskuren: Berlin. Landgrafenstr. 7.)

Inhalt.

Abhandlung: Die Enthüllungsfeier des Stein-Denkmals. (Schluß.) von L. Bock & Sohn.) — f Nom, Mitte Juli. (Bauveränderungen

Korrespondenzen: ? München, 20. Juli. (Vom münchener Kunstverein.)— in,der Deputirtenkammer re.)

ß München, Mitte Juli. (Die Illustrationen Pixis' zu den Wagner'- Knnst-Clironik: Lokalnachrichten aus Berlin, Braunschweig, Eisleben, Naum-

schen Opern.) — -e- Dresden, 18. Juli. (Kunstausstellung re.) — bürg, Düsseldorf, Köln, Schwerin, Kiel, Leyden, München, Viterbo, Paris.

! Hamburg, Mitte Juli. (Aus der Permanenten Gemäldeausstellung Aphorismen und Misccllen. — Ausstellungslralender.

xY nkündigung.

Mit dieser Nummer beginnen unsere üblichen Sommerferien, was wir unseren geehrten Lesern mit dem
ergebenen Bemerken mittheilen, dass die nächste Nummer (31) am 1. September ausgegeben werden wird.

Berlin, am 24. Juli 1872. Die Expedition der Deutschen Kunstzeitung.

Aie LntlMungsfeier des Stein-Amkmals.

(Schluß.)

as ist der Stein, welcher den Funken zuerst
entzündete, der heutzutage in eine so herr-
liche Flamme ausgeschlagen ist": diese Worte,
welche — so wird berichtet — der Kaiser, am
Fuße des Denkmals stehend, zum amerika-
nischen Gesandten, Herrn Bauer oft, ge-
sprochen, bethätigen mehr als der Dank, den
Seine Majestät beiden Rednern ausdrückte,
Seine Zustimmung zu dem Inhalt der Rede.
Ferner wird mitgetheilt, daß der Kaiser, auf
die eigenthümliche Fingerbewegung der linken
Hand an Stein's Bildsäule deutend, mittelst
welcher der Künstler die Willenskraft und die Herrschergabe des
Staatsmannes zum Ausdruck gebracht hat, hinzugefügt habe:
„In der That hat auch Stein seither immer wie mit ausge-
strecktem Zeigefinger dagestanden, um uns den Weg zu weisen,
den nunmehr endlich die Nation beschritten hat.

Gegen den Schluß der Sybel'schen Rede, deren Beziehungen
auf die Kirchen- und die Uuterrichtsfrage sehr bemerkt worden,
brach die Sonne aus dichtem Wotkenschleier hervor und beschien
den Rest des schönen bedeutsamen Festes. Nachdem „Heil dir
im Siegerkranz" von allen Anwesenden gesungen war, trat der
zehnjährige Graf U n i k o v. Groben, einziger Urenkel Stein's,
an den Fuß des Denkmals und brachte dem Kaiser ein mit Be-
geisterung aufgenommenes Lebehoch. Nach Beendigung der Feier
besichtigten der Kaiser und die Kaiserin, sowie der Kronprinz
das Denkmal und sprachen dem Bildhauer Johannes Pfuhl,
sowie dem Baumeister Zais ihre Anerkennung aus.

Um 4 Uhr Nachmittags fand dem Programm zufolge im
Kurhause zu Nassau das Festbankett statt, bei welchem Fürst
Hohenlohe-Schillingsfürst den ersten Triukspruch auf den
„deutschen Kaiser und sein Haus" ausbrachte. Der Redner er-
innerte an das denkwürdige Wort des großen Kurfürsten vom
Jahre 1660: „Gedenket, daß ihr Deutsche seid", betonte, wie
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