Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 5.1899

Page: 203
DOI issue: DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1899_1900/0237
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Wettbewerb-Entscheidung: Ittel-Blatt.

203

h. muhrmann — london. Kreide-Zeichnung.

von Georg Liebe (Eugen Diederichs' Verlag)
und anderen Werken.

Der Buchschmuck ist nicht die einzige
Seite von Cissarzens Kunst, wir kennen ihn
ja auch als einen unserer besten Plakat-
zeichner, er hat ferner treffliche Lithographien
geschaffen, er hat zu den Flugblättern von
Breitkopf & Härtel ein köstliches Blatt bei-
gesteuert (Königskinder), die erwähnte Aus-
stellung lehrte ihn auch als Bildnisszeichner
kennen und verstattete durch die ausgestellten
Landschaftsskizzen einen Blick in seine Werk-
statt. Von alledem soll heute nicht die Rede
sein. Seine Leistungen auf dem Gebiete
des Buchschmuckes aber genügen schon,
ihn uns als einen ganzen und echten Künst-
ler zu offenbaren: sie zeigen seine innige
Liebe zur Natur, die Vollkraft des Empfin-
dens, das feine Stilgefühl, die Sicherheit
seines Striches, vor allem aber seine Fähig-
keit, dem nur zum Schmuck Bestimmten
auch seelische Werthe zuzugesellen. Der

Ernst und die Hingebung auch diesen ver-
hältnissmässig kleineren Aufgaben gegen-
über lassen das Beste hoffen auch gegenüber
den grossen Zielen, die er sich gesteckt hat.

Dr. Paul Schumann—Dresden.

ä

WETTBEWERB um ein Titel-Blatt
der »Illustrirten Kunstgewerblichen
Zeitschrift für Innen-Dekoration«, Verlag
Alexander Koch. Wir geben vorläufig be-
kannt, dass das Preis-Gericht folgende Ent-
scheidung gefällt hat: I. Preis (300 Mk.)
Herrn Valentin Mink—Darmstadt. Je ein
Preis ä 100 Mk.: Herrn Anton Huber—
Berlin und Herrn August Glaser—München;
je ein Preis a 50 Mk.: Herrn F. W. Jochem
—Mainz und Herrn H. Nitzschke—Hannover.

Die Betheiligung wie das Ergebniss
dieses Wettbewerbes waren trotz der Höhe
der ausgesetzten Preise (wahrscheinlich in
Folge der allzu kurz bemessenen Frist) auf-
fallend gering und unbefriedigend nach
übereinstimmender Anschauung sämmtlicher
Preis-Richter. Wenn trotzdem eine Ver-
theilung der Preise erfolgte, so geschah dies
unter ausdrücklichem Vorbehalte, worauf wir
bei Veröffentlichung des offiziellen Protokolls
im nächsten Hefte zurückkommen werden.

h. muhrmann—London. Kreide-Zeichnung.
loading ...