Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 5.1899

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Cornelius Gurlitt:

H. CHRISTIANSEN. Verglasung für ein Schlaf-Zimmer.

Herausgebers der beiden Zeitschriften aus-
geschlossen war, nicht die ausgesetzten Preise
zurückgehalten und das Preisausschreiben
als ergebnisslos, schon im Interesse der
deutschen Künstler, auf's Neue zur Aus-
schreibung gebracht werden konnte. Daher
entschloss es sich einstimmig zu folgender
Vertheilung der Preise: Gegen das Pro-
gramm verstiess ein Entwurf in der Grösse;
als durchaus unbrauchbar, in Komposition
wie Zeichnung schwach, mussten 14 Arbeiten
zurückgestellt werden, von den verbleibenden
9 Entwürfen schieden weitere 4 aus, so dass
schliesslich 5 Entwürfe in die engere Wahl
kamen. Von diesen erhielt Motto: »Der
Zeit ihre Kunst« des Herrn Valentin Mink
—Darmstadt, Bleichstrasse 31, den I. Preis,
Mk. 300, während die übrigen Mk. 300 auf
die nächstbesten Arbeiten wie folgt vertheilt
wurden: Mk. 100 dem Motto: »Skizze« des
Herrn August Glaser — München, Schiller-
strasse 21 III; Mk. 100 dem Motto »Ly«
des Herrn Anton Huber jun., Berlin NW. 6,
Karlsstrasse 46 IIIr.; Mk. 50 dem Motto:

»Der Kunst ihre Freiheit« des Herrn P.
Wilhelm Jochem—Mainz und Mk. 50 dem
Motto: »Maus« des Herrn Hugo Nitzschke
—Hannover, Brühlstrasse 96 III. Von der
Ertheilung lobender Erwähnungen wurde
Abstand genommen: auch findet eine
Publikation der mit Preisen bedachten Ent-
würfe aus den oben geschilderten Gründen
nicht statt.

Darmstadt, den 9. Dezember 1899.

Redaktion und Verlag der Zeitschrift
„DEUTSCHE KUNST UND DEKORATION".

PEUTSCHE BAUKUNST.

In neuester Zeit hat man den Ameri-
kanern die Führung in der Baukunst zu-
gewiesen , als den Unbefangenen, die,
nicht durch den Ballast der Stile früherer
Zeit bedrängt, uns die neue Kunst geben
würden; vorher waren es die Engländer,
die in ihrer Gothik einer dauernden
Formüberlieferung folgen und dadurch uns
empfehlenswerth wurden; vorher das Barock
und Rokoko, die Deutsch-Renaissance als die
letzten starken Zeugen eigener Ueberliefe-
rung. Jedesmal haben Eifrige die Richtig-
keit ihrer Ansicht, den Werth des geraden
modischen Vorbildes zu alleinigem Recht
steigern wollen. Man benutzte einen Stil
zum Knüppel gegen den anderen, um den
womöglich zu erschlagen. Jetzt ist's der
Amerikanismus. Ich für meine Person war
nie' »drüben«, aber ich kenne doch ein gut
Theil amerikanischer Bauten. Man kann
sich sehr wohl über amerikanische Kunst
aus dem American Architect, American
Builder, den Building News, den verschie-
denen in jüngster Zeit in rascher Folge
erschienenen amerikanischen Publikationen,
der deutschen Veröffentlichung von P. Graef:
Neubauten in Nordamerika (Berlin, Julius
Becker), mit ihrer in deutsche Darstellungs-
weise besonders umgearbeiteten und daher
für Deutsche verständlicheren Aufnahme,
z. Th. auch aus einzelnen Heften der
Innen-Dekoration von Alexander Koch, ein
Urtheil über amerikanische Kunst bilden.
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