Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 5.1899

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Wettbewerb-Entscheidung: A breiss-Kalender.

E. BAKAXOWITS SÖHNE—WIEN.

Gebrauchs-Gläser.

Winter-Ausstellung des k. k. österr. Museums für Kunst und Industrie.

Vor allem aber hatten die meisten Künstler
immer noch nicht bedacht, was der Zweck
des gewünschten Kalenders war, obgleich
der Wortlaut des Ausschreibens im Oktober-
Heft keinerlei Zweifel darüber Hess. Die
Firma wünschte leicht verständliche, hübsche
Darstellungen, wie sie das kleinere Bürger-
thum liebt: nicht nur Linien, Blumen, Köpfe,
Darstellungen aus ganz fern liegenden Ge-
bieten etc. Vielfach war der Block auch nicht
in der Mitte, obschon das vorgeschrieben
war. Es ist für einen Kalender stets besser,
wenn er nur einen Aufhänge-Punkt braucht;
deshalb muss der Block auf der Mittel-
linie liegen. Die Fühlung mit dem prak-
tischen Leben fehlt eben noch. Um so er-
freulicher war es, dass der erste Preis einem
Doppel-Entwurf zufiel, der alle denkbaren
Forderungen erfüllte.

Das Preisgericht setzte sich zusammen
aus den Herren:

Professor Dr. J. Brinckmann, Direktor
des Kunstgewerbe - Museums in Hamburg,
Professor Hans Christiansen und Alexander
Koch, Darmstadt, sowie den Herren Her-
mann Emden und Dr. Emden, Hamburg.

Bei der ersten Sichtung fielen die
dilettantischen, minderwerthigen und solche
Arbeiten aus, die den Bedingungen nicht
entsprachen. Es waren dies 86 Blatt.

Bei der zweiten Sichtung fielen fort
als für die Prämiirung nicht in Betracht
kommend, aber immerhin gute Arbeiten:
Motto: Teufel, Jahrhundert, au qui l'an neuf,
Frei, Handel, Sommer und Winter, Tages-
arbeit — Abends Gäste, Rothkäppchen —
Däumling, Handel, Hexe, Schwanjungfrau,
Ballspiel, Vierklee, Holland, Freude und
Leid, Gold, Grün.

Von den übrig bleibenden erhielten:
den ersten Preis von Mk. 800: Herr Her-
mann Bek-Gran, München, Motto: »Wan-
delnde — Handelnde«; den zweiten Preis
von Mk. 500: unbekannt, da kein Brief-
umschlag beigefügt, aus Paris eingelaufen,
Motto: »Silbernes Siegel«; den dritten Preis
von Mk. 300: Herr Paul Rössler, Dresden A.

Lobende Erwähnung erhielten die Ent-
würfe der Herren: Karl Hölle, Hamburg
(Viel Glück), Friedrich Riese, Frankfurt
(Merkur), Burkhard Mangold, München
(Scheiden und Meiden), Karl Wörner, Leipzig
(Frühling, Sommer, Herbst und Winter),
Ernst Wehrman, Hamburg (Einst und
Jetzt), Fr. Meyner, Leipzig (Sommer und
Winter), Carl Nordmann, Hamburg (Neu-
heit), Bruno Müller, Paris (Es war einmal),
Karl Schwabenthal, Offenbach (Volkskunst).

Die Mehrzahl der Entwürfe gelangten
für einige Tage im Museum für Kunst und
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