Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 12.1903

Page: 552
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1903/0264
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
552

Rene Puaux und Orsa Ficr—Paris:

LA MAISON MODERNE—L'ARJS.

Bronze und Porzellan von Fortiny, Dufrene, Follot u. a.

umfassendelitterarischeThätigkeit in deutschen
und französischen Organen und half van de
Velde und vielen anderen Modernen bei
ihrem ersten Auftreten. Seine letzte Grün-
dung war die des Hauses, das uns heute
beschäftigt, im Jahre 1899, m^ der er seinen
vielen Erfahrungen auf unserem Felde eine
praktische Verwendung gab. Im Gegensatz
zu seinem älteren Freunde Bing suchte er
die praktische Seite des Gewerbes, die er
auch litterarisch stets verteidigte, zu betonen
und sein Haus durch eine auf Fabrikation
zielende Organisation unabhängig zu machen.
Abgesehen von den Werken van de Veldes
und einiger Spezial - Künstler, die in der
Maison gastliche Aufnahme fanden, kommen
im wesentlichen nur die Modelle der zum
Hause gehörigen Künstler zur Ausführung.
In der Wahl dieser Mitarbeiter war Meier-
Graefe fast immer glücklich. Er engagierte
Dufrene, der heute wohl der reifste franzö-
sische Künstler auf unserem Feld genannt
zu werden verdient, noch, als er auf der

Ecole des Arts decoratifs war; neben diesem
Haupt-Matador sind oder waren eine grosse
Anzahl anderer beteiligt; so Landry, der die
ersten Jahre die Möbel-Abteilung leitete und
jetzt vorteilhaft durch Pierre Seimersheim
ersetzt worden ist, Follot, aus der Schule
Grasset, Orazi, Cl. Mere, die beiden deutschen
Brüder Waldraff, die sich in dem Leder-
Atelier hervorthaten u. a. In Aubert ge-
wann das Haus den geeigneten Zeichner für
die berühmten farbigen Spitzen, und gleich-
zeitig einen glänzenden Techniker, der die
Aufsicht in dem Atelier in der Normandie
übernahm, wo diese vielleicht letzte künstle-
rische Hand-Spitze hergestellt wurde; in
Rapoport fand es den Techniker und grossen
Farben-Künstler, der die Emails für das Haus
herstellt. Beide Betriebe, die grosse Summen
verschlangen, sind heute fast eingestellt;
Rapoport ist von Pest, wo die Email-Fabrik
liegt, deren Gründung Meier-Graefe mit Hilfe
der ungarischen Regierung durchsetzte, seit
einem Jahr nach Paris übergesiedelt und leitet
loading ...