Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 38.1916

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Ist eine Steigerung unserer Ausfuhr von Kunstwerken möglich?

vitrinenpuppe von lotte pritzel, nymphenburger porzellan-suppenschüssel und anderes ziergerät.

sei nur daran erinnert, daß die „Meister von
Limpurg", die Meister der Kölner Malerschule
des 15. Jahrhunderts mit und ohne Familien-
namen — trotz der „Bodenseeschule" — und
die des 16. Jahrhunderts die feinfühligsten
Maler in ganz Deutschland gewesen sind.
Auch später hat Düsseldorf, das im Laufe der
Zeit Köln abgelöst hatte, eine erste Rolle ge-
spielt. Denn an der großen dortigen Akademie
ist um die Mitte des 18. Jahrhunderts der wohl
als der bedeutendste deutsche Maler einzu-
schätzende Porträtist Ziesenis gebildet worden.
Seine Schöpfungen brauchen sogar denVergleich
mit den besten englischen und französischen
Malereien nicht zu scheuen. Auch für die mo-
derne Landschaftsmalerei wurde gegen den

Schluß des 18. Jahrhunderts das zunächst ent-
scheidende Wort am Rhein und Main, etwa
von Weitsch, Rauscher, Schütz, gesprochen,
und von dort sollte für mindestens drei Jahr-
zehnte der Ruhm und der Einfluß und auch der
Export deutscher Kunst erfolgen ! Die Düssel-
dorfer Akademie erhielt ihre Fernwirkung auf
das große Publikum diesseits und jenseits des
Ozeans durch Wilhelm Schadow, den könig-
lich preußischen Raffael, wie sich Cornelius
bei seinem Fortgang von Düsseldorf nach Mün-
[chen ausdrückte. Schadow verwarf die von
I Cornelius einseitig bevorzugte Fresko-Technik.
j^Er stellte die Ölmalerei an den ersten Platz,
^ weil diese in ihrer saftigen Wärme dem Leben
Lnäher stehe. (Fortsetzungioigt.) berthold haendcke.
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