Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 38.1916

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l scheu

rich—berli.n

»standuhr in bronze«

IST EINE STEIGERUNG UNSERER AUSFUHR
VON KUNSTWERKEN MÖGLICH?

-» zu tfS ^em Kriege erschien in Folge der
lerinoen t Anzahl von Künstlern und Künst-
stik) die ?uf dem Gebiete der Malerei (und Pla-
2ufriede t ^Cf bildenden Künstler als keine
*ür die d S nde '< denn der Abnehmerkreis
beschränkt'tSCllen Maler und Bildnauer war zu
QUr Doch ' r>^r ^and sich, genau genommen,
niSe Jahr'" Deutschland. Man hatte zwar we-
«»arkt 2ue V0.r 1914 begonnen, den Auslands-
!?tze zUln jf° ern> aber es wurden, im Gegen-
J~ r*°lge putschen Kunstgewerbe, nur geringe
aß Wir „■ tten> Es mußte festgestellt werden,
das s J,er den ..kunstarmen" Engländern
*,Unt2ehnfache- hinter Frankreich um das
k rtl 2ürürt bei der Ein*«hr in fremden Län-
klagenSw S<anden- 0hne Zweifel ist das ein
^{geWorf^ierter Zustand, und es darf die Frage
per^e»führen ^.erden- °b wir eine Änderung
{ r,age kan^, nen' Die Beantwortung dieser

einero

von

vpn zwei Gesichtspunkten aus er-

W= rein kü

eiaem kulturhistorischen und von

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^.. -7 übte p<! xP°rt an Kunstwerken, und

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eutschland im 19. Jahrhundert
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t- aus j—" größten Einfluß auf andere
d„ * §ikt ein" , auf welche

und von wo ?
iQ den Jat Urze Antwort darauf: Düssel-
anrzehnten von rd. 1830 bis 1860

Aus zwei Gründen: aus einem rein artistischen
und einem allgemein kulturgeschichtlichen. Der
Rhein war in jenen Tagen die gefeiertste Gegend
Deutschlands. Hier tauchten die Gestalten der
Nibelungen auf, hier verwitterten die trotzigen
Burgen der Ritter als romantische Ruinen, hier
erhoben sich die stolzen Wahrzeichen der mit-
telalterlichen Kirchenmacht, hier widerhallten
die Gesänge einer Lorelei und auch des Be-
freiungskrieges stolzes Lied „Sie sollen ihn
nicht haben, den grünen Rhein", den wunder-
bar weich geschwungene Höhen umgrenzten, an
deren Abhängen ein duftender Wein wuchs,
der goldig klar wie Sonnenlicht im Römer fun-
kelte und an herrlich warmen Sommerabenden
feine rheinische Fröhlichkeit hervorbrechen ließ,
die alle Herbheiten des Lebens vergessen zu
machen schien. Dort an jenem sagenumkränz-
ten Strom, dem Wahrzeichen deutsch-vater-
ländischer Kraft näherten sich weiterhin deut-
sche Künstler am meisten, nicht nur hinsichtlich
der realen Entfernung, sondern auch innerlich
denmaßgebendstenKunstzentren, Paris, Brüssel
bezw. London. — Am Rhein hat stets, ent-
sprechend den Anreizen der natürlichen Um-
welt, ein dem übrigen Deutschland überlegenes
Farben- bezw. Formgefühl geherrscht. Um nicht
noch weiter in die Geschichte zurückzugreifen,
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