Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 38.1916

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Ist eine Steigerung unserer Ausfuhr von Kunstwerken möglich*;

JOH. OERTEL & CO.—HAIDA. »KRISTALL-BECHER MIT GRAVIERTEN FIGÜRLICHEN DARSTELLUNGEN: KAMPF, SIEG, FRIEDENc

dorfer" ihrem Wesennach ein. Deshalb wirkten
sie mit ähnlicher Kraft wie unsere Dichter und
Musiker auf das Ausland! Seit diesen Zeiten
ist die Ruhe Deutschlands gestört. Alle Stärken
der außer- und innerpolitischen Entwickelung,
die es nur geben kann, waren am Werke, um
unser Vaterland zu einem „neuen Reich" zu
gestalten. Damit wurde zunächst die geistige
Einheit und auch die Gemeinsamkeit der er-
kennbaren Ziele zerbrochen. Es flog sogar das
böse, scheinbar berechtigte Wort vom „Fin-
de-siecle-Menschen "
für Deutsche durch
die Welt. Der Au-
gust 1914 hat die
innere Unwahrheit
dieses Ausspruches
bewiesen. Wir alle,
vom Kaiser bis zum
einfachsten Mann im
Volke, sind bereit
aus Treue zu einer
gemeinsamen Ver-
gangenheit alles ei-
ner gemeinsamen
Zukunft zu opfern!
Daraus ergibt sich
ein hochgestimmtes
Massengefühl im
ganzen Volke, ein
Zusammenleben des
Einzelnen mit jedem
Einzelnen, sodaß in

kn'i wi'kf: pri >k. cinf.k. ausf: k. k. \- Aciisciiri.e haida.

gemeinsamer Erstrebung dieses einen Zieles
die alte Einheit des geistigen und seelischen
Lebens nach seinen maßgebenden Richtlinien
wiederhergestellt ist. Damit haben wir die all-
gemeine und künstlerische Befähigung erhal-
ten, zu einem „deutschen" Stil zu gelangen;
zur Zeit überdies unmittelbar unterstützt durch
die äußeren Geschehnisse, welche nur durch
den Griffel, mit der poetisierenden und stil-
bildenden Linie (!) zu fassen sind. Von die-
sem Willen aus, einer Idee, der Vaterlands-
liebe, mit allem was
wir haben und sind,
dienen zu können,
werden wir das viel-
gestaltete Dasein
künstlerisch wieder
in deutscher Weise zu
meistern vermögen.
Dann werden wir
auch dem Auslande
wieder als lehrfähig
und exportfähig er-
scheinen. Der Rück-
blick auf „Düssel-
dorf" nach seinen
allg emein kulturel-
len wie besonderen
künstlerischen Be-
dingnissen darf uns
einen berechtigt hoff-
nungsvollen Ausblick
eröffnen, b. haendcke.
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