Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — N.F. 1.1922

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2. Dezember 1920 wurden bei Anlage einer Verbindungsstraße zwischen
Bahnhof- und Enzbergerstraße die Grundmauern eines römischen Hauses
angetroffen. Freigelegt und größtenteils abgetragen wurde ein Keller von
.4,03 m Breite. Die pünktlich gefügten und mit roter Quaderteilung ver-
sehenen Mauern waren noch 1 m hoch erhalten. Vom hölzernen Türgestell
war noch der Hohlraum in der Mauer zu sehen. Hier fanden sich die Reste
des Beschlägs: Kloben mit Band, Nägel, Schlüssel. Eine Rampe entlang
der Nordostmauer des Kellers führte von der Tür nach oben. Auf der Rampe
lag eine Münze (Großerz) der älteren Faustina. Im Keller selbst fanden
sich Reste von zwei Steintischen. Die Auffüllung enthielt eine 35 cm lange
Bronzekette, zahlreiche Keramik, Glasscherben, Dachziegel. Da anschließende
Mauern nicht vorhanden sind, ist das Haus als Holzfachwerkbau zu denken.
Westwärts dieses Baues war man schon 1910 und 1912 auf römischen Schutt
gestoßen. Fundb. 1911, 32; 1912, 43. Funde in der Sammlung in Dürrmenz.
Gundels heim. Römische Funde von der Markung stellt zu-
sammen E. Wörner, Scliw. Albv.-Bl. 1920, Sp. 123 f. Eine Villa auf den
Maueräckern und auf der Flur „Hohkirschbaum“ ist so ziemlich gesichert.
Heutingsheim. Februar 1921 wurden am Westhang von Flur
Kasteneck östlich Heutingsheim in einem Baumloch verbrannte Steinbrocken
und ein Scherben eines römischen grauen Kochtopfes gefunden. AS. A 1133.
H ö f i n g e n. 1,5 km östlich vom Dorf wurden Mitte März 1921 bei
einer Bohrung auf Wasser 1,5—2 m unter der heutigen Glemstalsohle Stücke
von römischen Ziegeln, Reibschalen und Tellern gefunden, vermutlich ab-
geschwemmte Reste einer nahegelegenen Villa. AS. A 1118.
Horkheim. Infolge der Trockenheit sind im Dezember 1921/Januar
1922 im Neckar zwischen Klingenberg und Horkheim gerade auf der Höhe
des Eisenbahnhaltepunkts 3 Reihen eichener Pfähle sichtbar geworden. Sie
verlaufen schräg (Südost—Nordwest) zur Flußrichtung. Die Mittelreihe ließ
sich 16 m weit verfolgen. Nordöstlich von diesen, nahe dem rechten, südlichen
Flußufer gelegenen Gruppen zeigten sich am linken Ufer weitere Pfähle.
Es liegt nahe, bei dem Reichtum an römischen Funden der Horkheimer
Markung an Reste einer Brücke römischer Zeit zu denken, aber die Rich-
tung der Pfahlreihen schräg zur Flußrichtung spricht eher für eine Ufer-
befestigung weit jüngerer Zeit. Nach Mitteilung von E. Habold-Horkheim.

Jagsthausen. 1. Das römische Gräberfeld.
Von Hauptlehrer Krapf, Jagsthausen. Stark gekürzt.
1913 wurden von mir auf den Parzellen 860—862 und 843 der Flur
.„Dinkelau“ anschließend an die Fundstelle in der Parzelle von Kühner (siehe
Fundb. 1908, 59 ff.) eine Reihe römischer Gräber ausgegraben. Eine zu-
sammenhängende Grabung ließ sich nicht ermöglichen, da die genannten
Grundstücke verschieden bebaut waren und nicht gleichzeitig untersucht
werden konnten.
Die größere Zahl der Gräber lag unter der alten Kulturschicht, die
sich durch ihre schwarze Färbung von der auf gelagerten Humusschicht und
dem gelben Sand und Dehrn des Untergrundes abhob. Die Dicke dieser
Kulturschicht, die auf Parzelle 843 nach Westen hin rasch abnimmt, schwankt
zwischen 0,40 und 0,90 m. Westwärts verschwindet sie fast ganz. Am
■stärksten fand sie sich in dem 20—25 m breiten Streifen, der die nördliche
und südliche Gräberreihe trennt. In diesem Streifen wurde eine Reihe Löcher
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Fundberichte. 1922.
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