Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 33,2.1840

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N°. 34.

HEIDELBERGER

1840.

JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

Philostratus de Gymnastica ed. Kayset'.
(Beseht uf s)
Demungeachtet ist der Inhalt dieser Blätter reich an neuen
Sätzen, z. B. über die der Gymnastik günstigein oder ungünstigen
Temperamente, über den Unterschied der Dialektik früherer und
späterer Athleten, über die Einmischung der Heilkunde in die
Gymnastik, über Bestechlichkeit der Kämpfer, über die verschie-
dene Behandlung, die der Pädotribe bei den vnepaLTLaavTeq, vnoi-
voi, bvsi^mrTovx&c. und <xcpi)odi>jiä$ovTEq anzuwenden habe, über
die Kennzeichen solcher Leute, über die sogenannten rerpctflec,
über die Anwendung des a.7.xri^, der xovic, deren mannichfaltige
Gattungen aufgezählt werden, und die Verbindung des Oeles und
Staubes, sodann über den xcoyvMoq in seiner verschiedenen Be-
stimmung für Faustkämpfer oder Ringer, über die rilicaaiq und
die mancherlei Arten der rifkiot, endlich über die nvpLaaiq. Die-
sen neuen Fragmenten füge ich das schon Bekannte aus dem
Scholiasten des Plato Rep. 338 c. über den Schlagriemen der
Faustkämpfer bei, wahrscheinlich sind die Stellen über den Hero-
dikus von Selymbria (zu Phaedr. 227 e.) und über die Soki^o-
dpoyoi (zu Protag. 335 e.) ebendaher entlehnt.
Hinsichtlich des Verfassers nehme ich das Zutrauen der ge-
lehrten Leser in Anspruch, da die Fragmente keine Aufschrift
haben, welche weitere Beweise überflüssig machte. Eine mehrjäh-
rige und anhaltende Beschäftigung mit einem Schriftsteller, wie
dieser ist, muss zu eigner Sicherheit des Urtheils über Aechtheit
und Unächtheit der ihm zugeschriebenen oder noch zuzuschreiben-
den Werke führen. Ich habe die Identität des Styls durchgängig
nachgewiesen, und befürchte- kaum, einen Widerspruch dagegen
zu hören, nachdem meine Vindioation des Pseudolucianischen Nero
von Kennern, wie C. F. Hermann, anerkannt worden ist. Nur
wiederhole ich meinen schon in der Vorrede ausgesprochenen
Wunsch, dass es mir gelingen möge, mit Hülfe dieses Büchleins
das ganze, gewiss höchst wichtige Werk aufzufinden.
XXXIII. Jahrg. 4. Heft. 34
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