Kohl, Helmut
Die politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien nach 1945 — Heidelberg, 1958

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Die staatsrechtliche Stellung der Pfalz vom Zeit
punkt des Zusammenbruchs 1945 bis zur Gründung
des Landes Rheinland-Pfals 1947

Die Rheinpfalz gehörte bis zum Ende des Monats März
1945j dem Zeitpunkt des Einmarsches der amerikanischen
Truppen? formell staatsrechtlich zu Bayern? so wurde sie
auch bis zum Zusammenbruch etatmässig von Bayern betreute
Mit Verordnung des Ministerrates für die Reichsvertei-
digung vom 8«April 1940 wurde "für die Dauer des Krie-
ges’,'L^ die Zusammenlegung der Dienststellen des Regie-
rungspräsidenten der Pfalz mit der des Reiuhskommissars
für das Saarland unter der Dienstbezeichnung "Der eichs—
kommissar für die Saar-Pfalz" mit dem Sitz in Kaisers-
lautern verfügt«, Am 11« März 1941 erhielt dieses zusam-
2)
mengelegte Gebiet den Barnen Westmark, * Das Saarland, die
Pfalz und Lothringen bildeten auch zusammen den Gau West-
mark der NSDAP. Reichskommissar für die Westmark war der
langjährige Gauleiter der NSDAP? Josef Bürckel. Nach sei-
nem mutmasslichen Ereitod am 28. September 1944 ~ Bürckel
war wegen seiner in Be lin vorgebrachten Zweifel am Endsieg
in Ungnade gefallen - wurde Willy Stöhr, ein Dienststellen-
leiter aus der Parteikanzlei Martin Bormanns, sein Nachfol-
ger. Am 25. März 1945 verliess der letzte Arbeitsstab des
Reichskommissars der Westmark bei Germersheim vor den
heranrückenden amerikanischen Truppen das linksrheinische
Gebiet. Am 28.e März 1945 war die Besetzung der Pfalz durch
die amerikanischen Verbände abgeschlossen.?

1) Reichsgesetzblatt I, S. 652
2) a.a.O. I, S. 165
5) Bisenhower gibt in seinen Kriegserinnerungen "Kreuzzug in
Europa" den 25.5.1945 an. Hierbei ist jedoch offensichtlich
an die Einstellung des organisierten Widerstandes und nicht
an die tatsächliche Besetzung gedacht«

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